Maschinisten üben Vollbremsung
Fahrsicherheitstraining für Freiwillige Im Notfall richtig draufdreschen

Fahrlehrer Gerd Weinzierl demonstrierte, wie sich die Fliehkraft beim Kreisfahren auswirkt. Bilder: sön (2)
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Rieden
18.11.2016
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Vilshofen. (sön) Ein Feuerwehrauto im Einsatz lenken: An den Fahrer stellt das sehr hohe Anforderungen. Der Landesfeuerwehrverband organisierte deshalb mit der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) ein Sicherheitstraining.

Eigene Grenzen erfahren


Die Fahrzeuge der Wehren Iber, Michelfeld, Poppenricht, Rieden und Vilshofen, die am Samstag schon vor acht Uhr beim Gerätehaus standen, ernteten erstaunte Blicke von Vorbeikommenden. Fahrlehrer Gerd Weinzierl aus Nittenau vermittelte im Schulungsraum des Gerätehauses theoretische Kenntnisse über die Fahrphysik. Kreisbrandmeister Martin Schmidt, Feuerwehrmann und Fahrlehrer aus Grafenwöhr, organisierte und begleitete das Training.

Um den Fahrern im Einsatz mehr Routine und Sicherheit zu vermitteln, würden sie im praktischen Teil an ihre Grenzen herangeführt, erläuterte Kreisbrandinspektor Hubert Blödt. "Verkehrssicherheit heißt, das Fahrzeug zu beherrschen", ging Fahrlehrer Weinzierl gleich in die Vollen. Wichtig seien die richtige Sitzposition, beim Lenken eine saubere Übergreiftechnik und, wenn eine Notbremsung nötig werde, "a richtige Büffelschlagtechnik - so richtig draufdreschen".

Fliehkraft, Grenzgeschwindigkeit, Reifenhaftung, Haftungsgrenze, Bremsen in der Kurve waren weitere Schlagworte bei der Vorbereitung auf den praktischen Teil. Dazu traf man sich auf dem Campingplatz hinter dem Waldhotel in Kreuth. Beruhigend war die Versicherung des Fahrlehrers: "Wenn ihr nirgends antippt, kann das Ding nicht kippen." Kritisches Verhalten des Fahrzeugs könne man aber dennoch erleben.

Die Büffelbremsung


Nach einer Kolonnenfahrt um die Pylonen ging es - immer über Funk geleitet - vier- bis fünfmal mit jeweils erhöhter Geschwindigkeit durch den Parcours. Auch die Stabilisierung des Fahrzeugs durch die Büffelbremsung probierten die Maschinisten. Nerven behalten hieß es beim Kreisfahren mit langsamen Herantasten an die Grenzgeschwindigkeit. Oder auch, als die Reifenhaftung auf nasser Teerdecke an ihre Grenzen kam. Doch Weinzierl hatte alles im Griff und die Teilnehmer sammelten viele Erfahrungen - so lautete das Resümee im Gerätehaus. Für Riedens Bürgermeister Erwin Geitner war das Training wichtig, "um auch die Fahrzeugreaktion in extremen Situationen kennenzulernen". Am Sonntag startete das Ganze mit fünf anderen Mannschaften und Fahrzeugen. Dazu kam auch Kreisbrandrat Fredi Weiß vorbei, um sich zu informieren.
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