Firma Carbon Cycle will als Erste in Deutschland Pflanzenkohle zur Tiernahrung fertigen
Sie wollen Kohle machen

Mit grünen Helmen auch vor dem Regen etwas geschützt, traten neben Carbon-Cycle-Geschäftsführer Gerhard Büttner (vorne links) Vertreter aus Politik und der am Bau beteiligten Firmen offiziell zum ersten Spatenstich an. Bild: sön
Wirtschaft
Rieden
22.07.2016
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Sie wollen Kohle machen. Diese Form von Kohle sogar als Erste in Deutschland. Deshalb wünschte ihnen Landrat Richard Reisinger, dass sie auch im übertragenen Sinn ordentlich Kohle machen, zumal sich die innovative Firma Carbon Cycle hier im Landkreis neu ansiedelt. In Vilshofen, wo jetzt erster Spatenstich war.

Rieden . "Wir werden Pflanzenkohle herstellen als Nahrungsergänzung für Tiernahrung bei Rindern, Pferden, Schweinen und Geflügel", erläuterte Geschäftsführer Gerhard Büttner beim offiziellen Auftakt für den Neubau des Unternehmens an der Schwandorfer Straße (Weiteres siehe Hintergrund). Damit ist nun auch das letzte freie Grundstück im Gewerbegebiet belegt, worüber sich Riedens Bürgermeister Erwin Geitner genauso freute wie über die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in seiner Gemeinde.

Weltweite Nachfrage


"Es war ein langer Weg, aber es kam alles so, wie wir es wollen", blickte Carbon-Cycle-Geschäftsführer Gerhard Büttner auf das langwierige Baugenehmigungs- und emissionsrechtliche Verfahren zurück, das seit dem Grunderwerb Anfang 2015 lief. Reisinger rieb sich schon mal scherzhaft die Hände, dass auf dem Weg über die Gewerbesteuer auch "Kohle" beim Landkreis ankommen wird. SPD-Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl wünschte Büttner und den Mitgesellschaftern Michael Wieder, Dr. Rudolf Zeitler und Martin Eckl unternehmerischen Erfolg.

Seine Frage, wie man als Banker auf die Produktion von Kohle kommt, beantwortete Büttner einleuchtend: Weltweit werde dieses Produkt nachgefragt, "überall schreit man danach" und Carbon Cycle werde es in Deutschland erstmals herstellen. Sein Dank galt neben der Marktgemeinde Architekt Bernhard Rall (Amberg), Planer Dr. Manfred Tomalla (Kreuztal), die Bauplaner vom Ingenieurbüro Steinert & Trösch (Amberg), Thomas Löhr von der Firma Pyreg (Dörth), die für die Technik der Anlage verantwortlich zeichnet, sowie dem Bauunternehmen Alfred Arbogast, "das schon eifrig am Arbeiten ist". Büttner hoffte, "dass wir bis Ende Oktober in Betrieb gehen können". Für die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg dankte Vorstand Dieter Paintner für die Zusammenarbeit.

Halle, Werkstatt und Büros


Wie Erwin Geitner erläuterte, wird die rund 61x31 Meter große Fabrikationshalle in Fertigbauweise erstellt, hinzu komme eine 20x40 Meter große Werkstatt mit Bürotrakt (20x10 Meter). Sechs Pyreg-Reaktoren zur Gaserzeugung sollen mit 750 Grad Celsius zur Karbonisierung fester Biomasse arbeiten. Die Abgasenergie werde zur Erwärmung der Biomasse, die Restenergie zur Stromerzeugung verwendet. (Hintergrund)
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