Das Schicksal des krebserkrankten Markus Sackmann hat viele Menschen bewegt.
Das kleine Wunder

Markus Sackmann - hier in seinem Arbeitszimmer in Roding - hat den Mut nicht verloren. Archivbild: Werner
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Roding
26.09.2014
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Das Schicksal des krebserkrankten Markus Sackmann aus Roding (Kreis Cham) hat viele Menschen bewegt. Und der ehemalige CSU-Staatssekretär gibt nicht auf. Jetzt hat der 53-Jährige einen neues Amt. Sackmann ist "Ehrenamtsbotschafter" des Freistaates.

Am Montag hat die Staatsregierung den früheren Sozialstaatssekretär Markus Sackmann zu ihrem "Ehrenamtsbotschafter" ernannt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert der 53-Jährige seine Pläne für sein neues Ehrenamt.

Herr Sackmann, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen?

Markus Sackmann: Ich bin ausgesprochen zufrieden mit meinem Gesundheitszustand. Die drei Tumore in meinem Kopf sind zwar immer noch da und sie werden wohl auch bleiben, aber sie sind in ihrem Wachstum gestoppt. Das ist ein kleines Wunder. Bei der Diagnose im August 2012 war ja nicht sicher, ob ich das folgende Weihnachten noch erlebe.

Sie fühlen sich also fit für Ihre neue Aufgabe?

Sackmann: Natürlich ist die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. 60- oder 80-Stunden-Wochen wie früher sind völlig unmöglich. Aber ich bin froh, dass ich die laufende und den Körper belastende Chemotherapie mit Tabletten trotz allem so gut vertrage. Ich genieße jeden schönen Tag und danke dem lieben Gott dafür.

Was hat Sie bewogen, trotzdem diese neue Aufgabe zu übernehmen?

Sackmann: Ich habe mich ja schon in meiner Zeit als Staatssekretär sehr um das Ehrenamt gekümmert. Höhepunkt war der Ehrenamtskongress im Juli 2012, wenige Tage, bevor meine Erkrankung diagnostiziert wurde. Die dort aufgeworfenen Fragen will ich nun - wie damals versprochen - abarbeiten. Als Erstes möchte ich erreichen, dass die Ehrenamtskarte mit ihren Vergünstigungen auch dort verliehen wird, wo das bisher noch nicht möglich ist. Stadt und Landkreis Regensburg sind zum Beispiel in der Oberpfalz noch weiße Flecken. Die Karte ist ein erfolgreiches Instrument, um ehrenamtliches Engagement anzuerkennen. Wir haben inzwischen rund 70 000 Ehrenamtskarten verteilt, das Potenzial ist aber viel größer.

Ist der "Ehrenamtsbotschafter" Ihr Kind, oder wie kam es zu der Idee?

Sackmann: Die Idee hat viele Väter. Den ersten Anstoß dazu hat Ministerpräsident Horst Seehofer selbst gegeben, als er vergangenen Sommer bei einer Wahlkampfveranstaltung im Landkreis Cham war. Bei dieser Gelegenheit hat er zu meiner Frau gesagt, dass man sich nach der Wahl einmal zusammensetzen muss, um zu bereden, wie ich weiterhin eingebunden werden kann. Es gab dann mehrere Ideen, aber die, die für mich am passendsten war, war die mit dem Ehrenamt. Den Begriff des "Ehrenamtsbotschafters" hat dann mein Nachfolger im Stimmkreis, Gerhard Hopp, geprägt.

Stellt Ihnen die Staatsregierung ein eigenes Budget zur Verfügung?

Sackmann: Nein, das wird alles aus den im Haushalt für das Ehrenamt eingestellten Mitteln bestritten. Ich werde auch keine eigenen Empfänge veranstalten, sondern die eingeführten Veranstaltungen des Ministerpräsidenten oder einzelner Ministerien für Ehrenamtliche begleiten und als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Und wie sieht es mit Ihrer Bezahlung aus?

Sackmann: Ich habe mich nur unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, dass ich keine Aufwandsentschädigung erhalte. Ich mache das unentgeltlich und ehrenamtlich.

Verstehen Sie sich auch als Ombudsmann für die Probleme der Ehrenamtlichen?

Sackmann: Das wird sich wohl so ergeben, auch wenn ich keinen Apparat im Hintergrund habe, der jedem Einzelfall nachgehen könnte. Aber ich denke schon, dass ich Probleme ansprechen und mich um deren Abstellung bemühen werde.

Ihr Büro wird im Sozialministerium sein. Mit welchen Gefühlen kehren Sie an die alte Wirkungsstätte zurück?

Sackmann: Das sind schon ganz besondere Gefühle. Nach der Krebsdiagnose habe ich ja nicht gewusst, ob ich überhaupt noch einmal ins Ministerium zurückkomme. Dann war im vergangenen Jahr die bewegende Verabschiedung durch die Mitarbeiter. Das war ein emotionaler Kraftschub und Motivation, die Krankheit zu überstehen. Deshalb freue ich mich auf die Rückkehr ins Haus und auf die Menschen dort.
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