Landratsamt: Erreger eine nicht krank machende Variante - Kritik von Tierschützern
Entwarnung an Geflügelhof

Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht in Roding vor dem Geflügelhof. Bild: dpa
Archiv
Roding
08.12.2015
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Nach dem Alarm auf einem Geflügelbetrieb in Roding hat das Landratsamt Cham weitestgehend Entwarnung gegeben. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem festgestellten Erreger um eine niedrigpathogene - also nicht krank machende - Variante von H5N2 handele, teilte die Behörde am Montag mit.

Weil aber auch bei dieser Variante der Vogelgrippe die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel ansteckenden Krankheit bestehe, wurde die Tötung der rund 12 900 betroffenen Tiere nicht gestoppt. Auch das Sperrgebiet im Umkreis von etwa 1000 Metern rund um den Hof blieb zunächst erhalten. Außerdem standen noch umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten an.

"Aktionismus"

Bei einer routinemäßigen Kontrolle auf dem Gelände des Betriebs hatte sich der Verdacht auf eine Geflügelpest oder Vogelgrippe ergeben. Am Sonntagmorgen war daher ein Sperrbereich eingerichtet und mit der Tötung der Legehennen, Enten, Gänse und Puten begonnen worden.

Kritik für dieses Vorgehen gab es vom Deutschen Tierschutzbund, der die umgehende Keulung der Tiere als Aktionismus bezeichnete. Eine Tötung sollte stets nur als letzte Maßnahme im Falle des Nachweises der Infektion mit einem gefährlichen Geflügelpest-Erreger erfolgen, erklärte der Tierschutzbund. "Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip "aus den Augen, aus dem Sinn", meinte Präsident Thomas Schröder. "Das ist keine Seuchenpolitik, die mit Tierschutz vereinbar ist."

Welche Auswirkungen die umfangreiche Keulung seines Bestandes auf die Existenz des Landwirtes hat und ob er Anspruch auf eine Entschädigung hat, war zunächst unklar.

Keine Gefahr für Bürger

Verschiedene Vogelgrippeviren können auch Menschen krank machen. Nur in seltenen Einzelfällen aber sind Übertragungen von Mensch zu Mensch beschrieben worden. Im Fall des Rodinger Betriebs habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bürger bestanden. Der gefundene Erreger spiele "keine wesentliche Rolle" für den Menschen, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Für gesundheitliche Fragen von Bürgern hat die Behörde ein Informationstelefon geschaltet.
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