Markus Sackmann verstorben
Ein Leben für die Menschen

Markus Sackmann hat den Kampf gegen den Krebs verloren. In der Nacht zum Freitag verstarb der CSU-Politiker aus Roding (Kreis Cham) im Alter von 54 Jahren. Archivbild: Götz
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Roding
04.09.2015
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Markus Sackmann hat gekämpft bis zum Schluss. In der Nacht zum Freitag starb der Rodinger nach einer langen Krebserkrankung im Alter von 54 Jahren. Die Nachricht löste parteiübergreifend Bestürzung aus.

(räd) In den vergangenen Wochen war es ruhig geworden um Markus Sackmann. Zuletzt trat er beim CSU-Bezirksparteitag in Barbing im Juli öffentlich auf. Da war er schon von seiner Krankheit gezeichnet. In der Nacht zum Freitag starb Markus Sackmann.

Aus der ersten Reihe der Politik zog er sich bereits 2013 zurück. Seit 1990 hatte er den Stimmkreis Cham im Landtag vertreten. Von 2007 bis 2008 war er Staatssekretär für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, danach bis 2013 Staatssekretär für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. Unter seiner Ägide wurde die bayerische Ehrenamtskarte eingeführt.

Beeindruckende Kraft

Politiker aller Parteien brachten ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Sozialministerin Emilia Müller aus Bruck (Kreis Schwandorf) sagte am Freitag: "Ich werde ihn vermissen." Er sei nicht nur ein langjähriger politischer Weggefährte, sondern auch ein guter Freund gewesen. "Besonders beeindruckt hat mich, mit welcher Willenskraft er gegen seine Krankheit gekämpft hat." Der CSU-Bezirksvorsitzende, Staatssekretär Albert Füracker, teilte mit: "Wir verlieren nicht nur einen hervorragenden Politiker, wir verlieren einen sehr guten Freund." Sackmann sei ein äußerst kompetenter und freundschaftlicher Unterstützer und Ratgeber gewesen. Der Neustädter Landrat Andreas Meier (CSU) sprach von einer "schockierenden Nachricht" und einem "Verlust für die Oberpfalz".

"Ich bin zutiefst erschüttert", erklärte Ministerpräsident Horst Seehofer. "Bis zuletzt hat er mit bewundernswertem Mut und großer Zuversicht gegen seine schwere Krankheit gekämpft." Sackmann habe sein ganzes Berufsleben in den Dienst der Bevölkerung gestellt. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher würdigte Sackmann: "Er war ein ausgesprochen sympathischer und kompetenter Landespolitiker, dessen Reputation partei- und fraktionsübergreifend anerkannt wurde."

"Aufrechter Sozialpolitiker"

Grünen-Landeschef Eike Hallitzky bezeichnete Sackmann als "aufrechten Sozialpolitiker, der auch bereit war, über Fraktionsgrenzen hinweg zu kooperieren". Eine Würdigung kam auch von den Gewerkschaften. Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena sagte: "Bei allen inhaltlichen Differenzen hat Markus Sackmann stets eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht."

Die erste Krebsdiagnose hatte der zweifache Familienvater im Juli 2012 erhalten. Der Gehirntumor wurde operativ entfernt. Es folgte ein Behandlungsmarathon. Im April 2013 kündigte Sackmann an, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren, obwohl der damals 52-Jährige eigentlich wieder zurück auf die politische Bühne wollte. Doch sein Arzt riet ihm ab: "Der Stress ist nicht gut."

Was sich Sackmann nicht nehmen ließ: das Engagement für das Rote Kreuz, für das Ehrenamt und den Einsatz für seine Partei. Im September 2014 war er im Interview mit unserer Zeitung guter Dinge: "Ich bin ausgesprochen zufrieden mit meinem Gesundheitszustand. Die drei Tumore in meinem Kopf sind zwar immer noch da und sie werden wohl auch bleiben, aber sie sind in ihrem Wachstum gestoppt. Das ist ein kleines Wunder." Doch im Frühjahr 2015 eine bittere Nachricht. Ein neuer Tumor, der sich aber leicht entfernen ließe: Auch nach der Operation blieb Sackmann optimistisch. "Es ist erfreulich, dass die alten Tumore gestoppt sind. Sie sind inaktiv." Im Juli kandidierte Sackmann beim CSU-Bezirksparteitag als stellvertretender Bezirksvorsitzender. Danach trat er nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

Die Beerdigung ist für Montag um 14 Uhr in Roding geplant. Dazu wird auch Ministerpräsident Horst Seehofer erwartet.

Zur PersonAls der Jurist Markus Sackmann 1990 in den Landtag einzog, war er dort mit 29 Jahren einer der jüngsten Abgeordneten.

Der Oberpfälzer hat eine klassische Politikerkarriere hingelegt: Vorsitzender der Jungen Union Bayern (1991-1995), stellvertretender Vorsitzender der CSU Oberpfalz (1995-2015) stellvertretender Fraktionschef im Landtag (2003-2007), Staatssekretär erst im Wirtschafts-, dann im Sozialministerium. Dazu besetzte er kommunalpolitische Ämter in seiner Heimat. Seit 1990 saß er im Stadtrat von Roding und im Kreistag des Kreises Cham. Seit 1991 gehörte er dem CSU-Parteivorstand an, seit 1993 führte er den CSU-Kreisverband Cham. Sackmanns Vater Franz, der im Oktober 2011 starb, gehörte von 1954 bis 1978 dem Landtag an und war wie sein Sohn Staatssekretär.

Ehrenamtlich betätigte sich Sackmann als Vorsitzender des Bezirksverbands des Roten Kreuzes, als Aufsichtsratvorsitzender des Kolpingwerks Regensburg und bis zuletzt als Ehrenamtsbotschafter der Bayerischen Staatsregierung.

Sackmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen: die bayerische Verfassungsmedaillen in Silber (2006) und Gold (2013), das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes (2009), den bayerischen Verdienstorden (2010), das Kreisehrenzeichen in Gold des Landkreises Cham (2013) und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2014). (räd)
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