Neuer Schock für Sackmann

Der an Krebs erkrankte CSU-Politiker Markus Sackmann spricht als bayerischer Ehrenamtsbeauftragter vor der Christlichen-Arbeitnehmer-Union (CSA). Nun wurde bei dem aus Roding stammenden Sackmann erneut ein Tumor diagnostiziert. Archivbild: Hirsch
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Roding
17.03.2015
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Diagnose Gehirntumor: Für den damaligen Staatssekretär Markus Sackmann kam die Nachricht im Juli 2012 wie ein Hammerschlag. Der CSU-Politiker kämpfte, erlebte als Ehrenamtsbotschafter ein Comeback. Jetzt der Schock: Beim 54-Jährigen wird ein neuer Tumor festgestellt. Doch Sackmann gibt nicht auf.

Ziemlich erschöpft kehrt Markus Sackmann am Dienstag zurück in sein Haus in Roding (Kreis Cham). Er hat an der Universitätsklinik Regensburg Reaktionstests absolviert, seine Hirntätigkeit wird kontrolliert. Heute wird der CSU-Politiker erfahren, wie der Fahrplan seiner weiteren Therapie aussieht, nachdem er am Freitag die schlimme Diagnose erhalten hatte: Die Regensburger Ärzte haben einen neuen Tumor in seinem Kopf festgestellt.

Das Schicksal von Markus Sackmann bewegt die Menschen über Parteigrenzen hinweg. Fünf Jahre lang war Sackmann bis 2013 Staatssekretär im Sozialministerium, seit 1990 saß der 54-Jährige im Landtag. Sein Abschied aus dem Ministerium am 15. Oktober 2013 rührte nicht nur die Mitarbeiter zu Tränen. Seit der Feststellung des Hirntumors im Jahr 2012 hatte er Operationen und Therapien überstanden, zuletzt war sein Zustand stabil. "Die Leute haben gemerkt, dass ich gut drauf bin", erzählt Sackmann am Dienstagnachmittag unserer Zeitung.

"Ärzte waren baff"

Deswegen fuhr der zweifache Vater am Freitag, den 13., auch ganz gelassen zur Kernspintomographie an die Uniklinik. Dort wurde der neue, kleine Tumor in der Nähe der Schläfe festgestellt. "Die Ärzte waren ziemlich baff", berichtet Sackmann. Aber bei aller Erschütterung gibt es für den Kommunalpolitiker auch Signale der Hoffnung: "Es ist erfreulich, dass die alten Tumore gestoppt sind. Sie sind inaktiv." Und das neue Geschwür liegt so günstig, dass es wohl operiert werden kann. Der Eingriff werde in drei bis vier Wochen erfolgen, sagt Sackmann.

Als Vorbereitung für die OP muss der Rodinger erst einmal seine Antikörpermittel absetzen. Rat holt er sich auch bei seinem Bruder Prof. Dr. Michael Sackmann, der als Chefarzt am Klinikum Bamberg tätig ist. "Natürlich ist die Angst immer da. Aber es gab nicht die kleinsten Anzeichen für eine neue Erkrankung", sagt Sackmann.

"Mr. Ehrenamt"

Der CSU-Politiker gilt als "Mr. Ehrenamt" im Freistaat. Er ist Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz des Bayerischen Roten Kreuzes und Aufsichtratsvorsitzender des Kolping-Bildungswerkes Regensburg. Im September 2014 wurde Sackmann zum Ehrenamtsbotschafter der Staatsregierung ernannt. "Das hat mir gut getan, ich bin gerne unterwegs", meint der Träger des Bundesverdienstkreuzes. Erst am Sonntagabend referierte er noch bei der Jungen Union in Illschwang (Kreis Amberg-Sulzbach) über das Thema "Das Ehrenamt stärken - Bürokratie abbauen".

Mehr als 85 000 Ehrenamtskarten sind im Freistaat bisher verteilt worden. "Das ist ein Schlager", erzählt Sackmann nicht ohne Stolz. Er werde auch weiterhin Termine wahrnehmen. Aufgeben gilt nicht: "Gekämpft wird auch weiterhin." Sackmanns neue Kampfansage an den Krebs.
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