Bayerisches Unikat feiert Runden

Wären alle Wasserversorger in Bayern so aufgestellt wie die Kreiswerke Cham, dann hätten wir unser Ziel erreicht.
Lokales
Roding
14.10.2015
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Der Landkreis Cham ist der einzige Landkreis in Bayern, der die Trägerschaft über die öffentliche Wasserversorgung übernommen hat. Mit der Gründung der Kreiswerke 1965 begann eine 50-jährige Erfolgsgeschichte.

Auf diese blickten bei einem Festakt im Barocksaal des Klosters Walderbach die beiden Hauptredner, Landrat Franz Löffler und Ministerialrat Michael Haug vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, zurück. Auf die Initiative von Franz Sackmann, vor 50 Jahren Landrat im Landkreis Roding, war es am 29. Oktober 1965 zur Gründung des Kreiswasserwerkes gekommen. Bis heute gibt es keinen weiteren Landkreis in Bayern mit einem Kreiswasserwerk.

Schwierige Verhandlungen

Landrat Löffler weiß die Arbeit der Gründungsväter zu würdigen: "Es war eine sehr gute Entscheidung, die Kreiswerke zu gründen. Unsere Wasserversorgung ist stabil." Er wollte den Festakt nutzen, um bei der Bevölkerung das Bewusstsein zu schärfen, welch hohes Gut Wasser darstelle. Löffler erinnerte an die harte und nervenaufreibende Überzeugungsarbeit in den Gründungsjahren: Bürger mussten von den Vorteilen einer zentralen Trinkwasserversorgung überzeugt und Leitungen auf Privatgrundstücke verlegt werden. Schwierige Verhandlungen in etlichen Bürgerversammlungen seien an der Tagesordnung gewesen.

So erinnert sich Altlandrat Ernst Girmindl an eine Bürgerversammlung, bei der seine Mitarbeiter über das Fenster die Flucht ergreifen mussten. Heute profitieren rund 41 000 Einwohner, die von den Kreiswerken versorgt werden. Löffler erklärte: Wasserversorgung müsse in kommunaler Hand bleiben und dürfe nicht zum Monopol weniger Konzerne werden. Nur so könnten Qualität und Nachhaltigkeit gesichert werden.

Auch Ministerialrat Haug sprach sich gegen eine weitere Liberalisierung der Wasserversorgung aus. Der Staat verstehe sich als Garant des Allgemeinguts Wasser, als Unterstützer der Kommunen bei der Daseinsvorsorge. Dass das Wasser aus dem Hahn komme, wie der Strom aus der Steckdose, sei ein Luxus, der in vielen Teilen der Erde nicht selbstverständlich sei. Haugs Fazit lautete: "Wären alle Wasserversorger in Bayern so aufgestellt wie die Kreiswerke Cham, dann hätten wir unser Ziel erreicht."

"Läppischer Preis"

Auch die beiden stellvertretenden Landräte aus Schwandorf, Joachim Hanisch, und Regensburg, Willi Hogger, traten ans Rednerpult. Hanisch gratulierte zu "50 Jahren erfolgreicher Arbeit für die Bürger unseres Raums". Hogger schlug in dieselbe Kerbe: "Wir können hierzulande das kostbare Gut Wasser zu einem läppischen Preis beziehen."
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