150 Feuerwehrleute im Einsatz
Vier Verletzte bei Großbrand

Am Morgen nach dem Brand wurde das ganze Ausmaß des Schadens deutlich. Die Polizei schätzte ihn auf 600 000 Euro.
Vermischtes
Roding
17.10.2016
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Rund 150 Feuerwehrleute kämpften am Freitagabend gegen einen Großbrand in einer Bettfedernfabrik am Neubäuer Bahnhof. Vier Personen wurden verletzt. Der Schaden ist immens.

Roding/Neubäu am See. Das Wohnhaus konnte gerettet werden, die Lagerhalle mit Anbau und Garage wurde ein Raub der Flammen, die Polizei schätzt den Sachschaden derzeit auf rund 600 000 Euro.

Es war gegen 20.15 Uhr, als ein 75-jähriger Anwohner den Brand an der Lagerhausstraße bemerkte und die Feuerwehr verständigte. Da zunächst ein Flächenbrand gemeldet war, rückten die vorgesehenen Wehren aus Neubäu am See, Walderbach und Altenkreith an. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass die Garage in Brand stand und das Feuer auf die Lagerhalle übergegriffen hatte.

Schock erlitten


Nachalarmiert wurden zuerst die Feuerwehren Roding, Mitterdorf und Fronau, dann die Feuerwehren Rötz und Pemfling. Zur Unterstützung und zum Aufbau längerer Schlauchleitungen rückten außerdem die Feuerwehren Strahlfeld, Friedersried, Großenzenried, Dieberg, Alletsried, Kirchenrohrbach und Reichenbach an. Vor Ort war der Rettungsdienst mit einem Großaufgebot. Zwei Bewohner, die sich selbst aus dem Haus retten konnten, mussten mit Schocksymptomen ins Krankenhaus gebracht werden, ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste ebenfalls in eine Klinik. Ambulant behandelt werden konnte ein weiterer Feuerwehrmann, der einen Hitzeschock erlitten hatte.

Die Örtlichkeit stellte die Einsatzkräfte vor mehrere Herausforderungen. Es gab nur einen Zufahrtsweg, den es für nachrückende Fahrzeuge und den Rettungsdienst freizuhalten galt. Die Feuerwehrler verlegten die erste B-Leitung aus dem vor dem Anwesen befindlichen Oberflurhydranten und gingen mit Atemschutz in das Wohnhaus vor. Die nach und nach eintreffenden Wehren übernahmen die weitere Wasserversorgung aus der nahe gelegenen Hauptleitung der Kreiswerke und aus einem rund 1,2 Kilometer entfernten Weiher. Der näher gelegene Neubäuer Weiher war bereits abgelassen worden. Umgehend erfolgte ferner die Sperrung der Bahnstrecke Schwandorf-Cham, die erst wieder gegen 1.45 Uhr freigegeben werden konnte. Ein Notfallmanager der Bahn war vor Ort.

Von der Drehleiter und allen zugänglichen Seiten aus erfolgte die Brandbekämpfung. Das Wohnhaus konnte trotz beschädigter Fassade und geborstener Fenster gehalten werden. Da zahlreiche Atemschutzgeräteträger im Einsatz waren, rückte zusätzlich der Gerätewagen Atemschutz aus Furth im Wald an, um leere Flaschen auszutauschen und die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Messungen hinsichtlich eventueller Schadstoffaustritte nahm am Brandort und in Neubäu am See der Gefahrgutzug der Feuerwehr Cham vor. Auffällige Werte ergaben sich nicht.

Bis Mitternacht


Gegen Mitternacht gab es ein erstes "Wasser halt" und die Einsatzkräfte kontrollierten mit Wärmebildkameras, wo sich noch Glutnester befanden. Um 1 Uhr rückten nach und nach die meisten Feuerwehren ab, zur Nachtwache blieben die FFW Neubäu und die FFW Fronau vor Ort. Bis zum Morgen mussten sie lediglich kleinere Nachlöscharbeiten leisten. Brandermittler der Kriminalpolizei Regensburg nahmen noch in der Nacht die Lagerhalle in Augenschein, konnten jedoch bis Sonntagabend noch keine Auskunft über eine mögliche Brandursache geben. Den Schaden schätzt die Kripo auf rund 600 000 Euro.
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