Weltgrößte Forstmesse in Roding
Wachsende Qualität des Walds

Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (dunkelblauer Regenschirm), eröffnete zusammen mit weiteren Ehrengästen bei strömendem Regen die weltgrößte Forstmesse, die heuer in Roding stattfindet. Bilder: Heigl (3)
Wirtschaft
Roding
09.06.2016
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Auch Bayerns Waldkönigin Anna Maria Oswald (rechts) und Waldprinzessin Manja Rohm (links) statteten der Forstmesse einen Besuch ab.

Für vier Tage ist Roding der Nabel der Forstwelt. 550 Aussteller aus mehr als 25 Ländern zeigen auf der weltweit größten Forstmesse seit Donnerstag Neuheiten und Innovationen. Dabei ist der Tagungsort aus einem ganz bestimmten Grund sehr gut gewählt.

Unter strömendem Regen und mit Verspätung - der Ehrengast saß im Messe-Stau fest - ist in Roding die KWF Tagung 2016, die vom Kuratorium für Wald und Forsttechnik veranstaltete weltgrößte Forstmesse eröffnet worden. Sie findet nur alle vier Jahre statt, in Bayern machte sie zuletzt vor über 30 Jahren Station.

Beim Rundgang der Ehrengäste zu ausgewählten Ausstellern erfuhren die Besucher Details von außergewöhnlichen Entwicklungen bei Maschinen und in der Ausrüstung für die Waldarbeit. Am Stand von Tschechien bekundeten Staatsminister Helmut Brunner und sein tschechischer Amtskollege, Vizeminister Patrik Mlyná, die Gemeinsamkeiten. Bayern und Tschechien zusammen hätten ein großes Potential auf dem europäischen Markt. Gemeinsam sei es möglich, noch konzentrierter und stärker aufzutreten.

Bayerische Identität


Robert Morigl, KWF-Vorsitzender, sagte bei der Eröffnung auf dem Marktplatz inmitten des zum Messegelände verwandelten Übungsplatzes - ein Platz mit Festzelt und Ständen rund herum, in der Mitte ein Maibaum - dass hier bayerische Identität erlebbar sei: ein Maibaum, ein Biergarten und das Zusammenstehen aller Beteiligten, Tschechien eingeschlossen.

Vor 31 Jahren habe in Rupolding die letzte Messe auf bayerischem Boden stattgefunden, damals mit 5000 Besuchern. Heute, 30 Jahre später, würden 50 000 Besucher erwartet. Dies sei nicht verwunderlich, denn die Waldwirtschaft sei ein Wirtschaftscluster erster Kategorie geworden, ein prägendes Element der Heimat.

Dass in Bayern 195 000 Menschen von der Forstwirtschaft leben, 37 Milliarden Euro Umsatz jährlich machen, belegt nach den Worten von Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forst, dass Wald und Holz Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung haben. Die Nachhaltigkeit sei dabei Verpflichtung. Längst habe Holz eine Renaissance erfahren, selbst die Anzahl der Häuser aus Holz habe sich vervierfacht. Holz sei ein regionaler Baustoff und besonders ökologisch. Der Minister wünschte viele nicht nur schau-, sondern auch kauffreudige Besucher.

"Wir werden Dank Innovationen konkurrenzfähig sein", bekundete Vizeminister Patrik Mlyná aus Tschechien. Er ist sich sicher, dass die in der Ausstellung geknüpften Kontakte förderlich sein werden. Für ihn habe Priorität, das Volumen in der Holzverarbeitung zu steigern.

Die Region und das Holz


Dass Roding und der Kreis Cham der richtige Ort für eine Forstmesse sind, bekräftigte der Chamer Landrat Franz Löffler. Denn Holz sei hier fest verankert: 43 Prozent der Fläche des Kreises seien Wald, 3000 Menschen leben vom Wald, und außergewerbliche Baumaßnahmen aus Holz weisen hier eine Spitzenzahl von 34 Prozent auf. Die Nachhaltigkeit spiele eine wichtige Rolle, auch bei den Ausstellern. Davon habe er sich überzeugen können.

Direktor Gunter Brinkmann, Leiter Bundesforst, sagte, dass die Fläche ein entscheidender Produktionsfaktor sei, während Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, auf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Tschechien für Deutschland und Europa hinwies.

"Wir sagen aus Überzeugung Ja zum technologischen Fortschritt", führte Martin Neumeyer aus, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten. Technologischer Fortschritt sei auch im Wald sinnvoll, wenn er Schutz für den Menschen und Schonung für Böden und Wald bedeutet.

PreisverleihungZur Forstmesse vergab das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Preise für Produkte rund um das Forstwesen, bei denen Sicherheit im Vordergrund steht. Clemens Neumann, Abteilungsleiter für Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zeichnete HM Frästechnik, Schmitt GmbH Motorsägenhalter, Stubai ZMV GmbH für Handsappel mit Schneide und EVG Sulzberg, Schnittschutzhosen aus. Die Preise sind mit 2500 Euro dotiert. (jh)


Wir sagen aus Überzeugung Ja zum technologischen Fortschritt.Martin Neumeyer, Vorstand der Bayerische Staatsforsten


ÖffnungszeitenAm heutigen Freitag und am Samstag ist die Messe ganztags ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. Am Sonntag - dem Familien- und Waldbauerntag - kann von 9 bis 18 Uhr auch die breite Öffentlichkeit die moderne Forstwelt, ihre Errungenschaften und Show-Events wie Timbersports auf dem Standortübungsplatz in Roding erleben. (jh)
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