Der Schwarzwihrberg lohnt sich nicht nur wegen der Burgruine
Urwald im Mittelalter

Anfahrt
Kultur
Rötz
22.10.2016
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Von der Schwarzenburg ist nicht mehr viel geblieben. Der Bergfried ragt noch mächtig in den Himmel und lässt bei wolkenlosem Himmel interessante Fernblicke zu. Bilder: Held (3)

Hier könnten Trolle wohnen oder Elfen und Feen zwischen den Bäumen hin und her huschen. Würde jetzt noch die Sonne scheinen und Licht und Schatten Figuren zeichnen, wäre unsere Fantasie noch mehr beflügelt. Etwas zauberhaft Mystisches wohnt dem Wald auf dem Schwarzwihrberg ohnehin inne.

Von Irma Held

Urwald nennen die Infotafeln der Bayerischen Staatsforsten das Gebiet des etwa zehn Kilometer langen Rundwanderwegs, das nicht bewirtschaftet wird. Baumstämme, die zum Teil wie Rohre da liegend vor sich modern, bilden einen hervorragenden Nährboden für Pilze. Zum Teil giftgrün überzieht das Moos Steine und Baumstümpfe. Und der Laubwald schickt sich an, sein Blätterkleid zu färben. Die rot-weiße Markierung R1 weist den Weg, sie führt zu den gut verborgenen Resten der Schwarzenburg auf dem Gipfel des 706 Meter hohen Schwarzwihrbergs. Bereits auf diesen Anstieg tritt der hellgefärbte Granit in eindrucksvollen Felsformationen zutage.

Die Ruine zeigt sich erst, wenn der Wanderer schon fast mit der Nase darauf stößt. Die Schwarzenburg dürfte um das Jahr 1000 entstanden sein, doch von diesen frühesten Teilen ist nichts mehr erhalten. 1332 erwarben die Landgrafen von Leuchtenberg die Feste Schwarzenburg. Bereits nach dem Abzug der letzten Adelsherren 1509/10 wurde die Anlage zunehmend baufällig.

Die Burg diente als Steinbruch, bis sich Ende des 19. Jahrhunderts besonders der Schwarzwihrbergverein um deren Erhalt verdient machte. Der mächtige Batterieturm wurde 1965 rekonstruiert. Eine Hütte mit Biergarten im Burghof bietet Gelegenheit zur Rast. Der Bergfried sieht gut aus und ist leicht zu erobern.

Wegen des diesigen, wolkenverhangenen Himmels wird an diesem Tag aus der Fern- mehr eine Nahsicht. Dabei verspricht eine Panoramatafel oben auf dem Turm an klaren Tagen Sichtweiten bis nach Nürnberg. Nach diesem Ausflug in die Geschichte - im Burghof wird im Sommer das Festspiel "Der Guttensteiner" aufgeführt - stehen mit der Steinernen Wand, eine weitere Feldformation, wieder Naturschönheiten auf dem Wanderprogramm.

Der Steig erfordert Trittsicherheit und ist bei Nässe nicht leicht zu gehen. Trotz des grauen Himmels ist es trocken. Neben eindrucksvollen Blicken ins Tal begleiten verschiedene Farnarten durch die Steinerne Wand. Für alle, die es gemütlicher wollen, gibt es auch einen bequemen Weg, der an den Felsen vorbeiführt. Bergab, Richtung Sattel, heißt es aufpassen auf die rote Markierung, um nicht in einen falschen Weg einzufädeln. Danach geht es auf einer breiten Forststraße durch den Mischwald Richtung Schellhof. Die kleine Kapelle des Einödhofes ist gepflegt. Hier gedenkt die Landwirtsfamilie ihrer Verstorbenen, der beiden Toten der Weltkriege. Einer fiel im Ersten in Frankreich, der andere im Zweiten in Russland. Es geht noch ein Stück weiter nach unten, zur Schwarzach, deren Rauschen bald zu hören ist.

Wer nicht über die Brücke und zur Wutzschleife und zum Handwerksmuseum Hillstett will, wechselt auf den Main-Donau-Weg. Dieser bleibt ein Weilchen an Schwarzach. Eine Bank bietet einen Blick auf das Wehr und die Gelegenheit dem Geräusch des Wasser zu lauschen, um zum Ausgangspunkt zurück zu kehren.

Anfahrt

Aus Richtung Weiden auf der B 22 Richtung Rötz und dort zum Ortsteil Bauhof fahren. In Bauhof befindet sich ein Wanderparkplatz. Von Amberg/Schwandorf kommend die Staatsstraße 2151 über Neunburg und die Eixendorfer Brücke fahren. An der Abzweigung links nach Bauhof abbiegen. Der Wanderparkplatz liegt etwa 200 Meter unterhalb des Hotels "Bergfried". Gegenüber des Hotels befindet sich eine Wandertafel. Auf den Schwarzwihrberg führen mehrere, unterschiedlich lange und anspruchsvolle Wege.

Strecke

Der abwechslungsreiche Rundwanderweg ist etwa zehn Kilometer lang und in zweieinhalb Stunden gut zu gehen. Eine Rast und die Burgbesichtigung sind zusätzlich einzuplanen. Markiert ist die Strecke als R 1, stellenweise auch als roter Punkt. Dieser Ausschilderung ist bis zur Brücke über die Schwarzach kurz nach Schellhof zu folgen. Danach auf den Main-Donau-Weg (weiß-blau) wechseln. Er führt zurück zum Ausgangspunkt.

Sehenswürdigkeiten

Von der einst mächtigen Schwarzenburg sind ein paar Mauern, ein Tor sowie der rekonstruierte Batterieturm und der Bergfried übrig geblieben, dennoch sollte sie keinesfalls bei der Wanderung rechts liegen gelassen werden. Wer sich genügend Zeit nimmt oder hat, kann auch dem Oberpfälzer Handwerksmuseum in Hillstett einen Besuch abstatten. Der Umweg beträgt einfach nicht einmal einen Kilometer.

Einkehr

Unmittelbar gegenüber der Wandertafel liegt das Hotel "Bergfried". Hier sind Gäste mit Hunden ausdrücklich willkommen. Auf der Straße vor dem Hotel bestehen ebenfalls Parkmöglichkeiten. In Rötz und Hillstett gibt es verschiedene Gasthäuser. Bekannt ist die "Wutzschleife" in Hillstett. Besonders schön ist eine Rast auf der Schwarzwihrberghütte, inmitten der Burganlage. Sie ist von 1. April bis 31. Oktober jeden Mittwoch ab 17 Uhr (Hüttenabend) sowie an Sonn- und Feiertagen ab 14 Uhr geöffnet. In der Hütte finden 70 Gäste Platz, im Biergarten bis zu 200.

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