Oberpfälzer Teichwirte fürchten Fischotter

Nicht immer ist die Ausbeute üppig, wenn sich Teichwirte zum Abfischen aufmachen. Krankheiten und Fressfeinde dezimieren die Fische. Seit April gibt es nun Berater, die aktiv werden, wenn der Fischotter auftaucht. Bild: Bugl
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Rötz
11.04.2016
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Kormoran und Karpfenlaus dezimieren das Leben im Teich. Jetzt kommt auch noch der Fischotter dazu, klagen Teichwirte. Wird diese Marderart an den Ufern gesichtet, sollte Alarm geschlagen werden.

-Grassersdorf. (lts) Teichwirte aus der ganzen Oberpfalz waren zu einem Informations- und Fortbildungsabend im Landgasthof Henghuber in Grasssersdorf zusammengekommen. Eingeladen dazu hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf, der Fischerzeugerring, die Fachberatung für Fischerei des Bezirks und der Fischgesundheitsdienst.

Zunächst informierte Stephanie Wischert vom Landratsamt Schwandorf über Fördermöglichkeiten und Fördersätze. Je nach Verwendung, ob Binnenfischerei, Aquakultur oder Fischwirtschaftsgebiet gibt es Zuschüsse. Verarbeitung und Vermarktung können demnach über den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) gefördert werden. Bis einschließlich 31. Dezember 2019 können Teichwirte dazu Anträge bei den Behörden stellen.

Bereits flächendeckend


Biber, Kormorane, Mink und Reiher machen es den Teichwirten ohnehin schon schwer, eine wirtschaftliche Teichwirtschaft zu betreiben, betonte Erzeugerring-Berater Alexander Schiener. Seit einigen Jahren komme ein weiteres Problem namens "Fischotter" hinzu. In dieser Region sei bereits eine flächendeckende Verbreitung festzustellen. Schiener bat die Teichwirte, bei Auftreten von Ottern umgehend die zuständigen Behörden zu informieren. Seit 1. April wird zudem auch in der Oberpfalz ein Otter-Berater eingesetzt. Rückblickend auf das Fischjahr 2015 fiel die Karpfen-Ernte nur durchschnittlich aus. Sehr hohe Futter- und Stromkosten bereiten den Teichwirten Probleme, sich auf dem Markt zu behaupten. Erfreulich nannte Schiener den sehr guten Gesundheitszustand der Oberpfälzer Fische. Hingegen sei erneut ein Rückgang bewirtschafteter Teiche festzustellen gewesen.

Dr. Thomas Ring von der Fachberatung Fischerei des Bezirks Oberpfalz referierte über nicht heimische und gebietsfremde Arten in der Aquakultur. Deren Vorkommen sei ein Hauptgrund für die zunehmende Verdrängung heimischer Arten und die Verbreitung von Krankheitserregern. Mit Beispielen aus der Oberpfalz machte der Referent auf die Problematik aufmerksam. Um möglichen Beeinträchtigungen durch solche "Fremdlinge" entgegenzuwirken, wurde von der EU eine Verordnung zum Schutz der aquatischen Lebensräume und der heimischen Arten, die sogenannte "Neozon- oder Alien- Verordnung" erlassen.

Bauchwassersucht


Über das "Gesundheitsgeschehen" im Teich und was die Fische "dazu erzählen", berichtete der Facharzt des Fischgesundheitsdienstes Weiden, Bernhard Feneis. Seit einigen Jahren stelle er fest, dass Verluste in der Teichwirtschaft aufgrund von Erkrankungen oftmals auf Unwissenheit der Betreiber zurückzuführen seien. Gerade dabei habe sich die Zusammenarbeit von Fischgesundheitsdienst und Fachberatung als sehr positiv erwiesen. Bei den Krankheiten, die beispielsweise bei Karpfen, Schleien und Forellen auftreten, sei die Bauchwassersucht am bekanntesten. Als Ursache der Fischpocken nannte Feneis besonders die aufgrund des nahezu eisfreien Winters gestörte Winterruhe der Fische und ihren damit verbundenen hohen Energieverbrauch.

Parasiten wie Karpfen-Laus und der Bandwurm sind weitere Auslöser von Erkrankungen bei Fischen. Bei Fisch-Egel im Teich empfahl der Fachmann, auf dem Teichboden Kalk auszubringen und befallene Fische in Wasser mit einem pH-Wert von 10 zu baden.
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