Aufmerksame Zeugin hilft Polizei
Falscher Freundschaftsdienst

Symbolbild: dpa
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Schirmitz
10.12.2015
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Schirmitz. Ein 25-Jähriger und ein 22-Jähriger fuhren am Mittwoch gegen 22 Uhr von Pirk nach Schirmitz. Nach dem Ortseingang kam der Fahrer in der zweiten Kurve nach rechts von der Fahrbahn ab und streifte eine Mauer. Der Fahrer hielt an und beide Freunde stiegen aus, um den Schaden zu begutachten. In diesem Moment kam eine 39-Jährige dazu. Die Frau machte die jungen Männer darauf aufmerksam, dass sie den Unfall bei der Polizei melden müssen.

Mit dem Hinweis, dass an der Mauer nur ein Gummiabrieb zu sehen sei und sonst kein Schaden entstanden sei, stiegen sie wieder in ihr Auto und fuhren in Richtung Ortsmitte weiter. Die Zeugin ließ das so nicht gelten und fuhr hinter den Männern her. Als diese in der Blütenstraße anhielten, trat die 39-Jährige noch vehementer auf den Plan. Die Frau gab den Beiden unmissverständlich zu verstehen, dass sie ihre Personalien dem Mauerbesitzer mitteilen müssen. Tatsächlich stiegen die Männer wieder ein und fuhren zum Ortseingang zurück. Während das Duo mit dem betroffenen Grundstücksbesitzer sprach, verständigte die Zeugin die Polizei. „Sie hatte bei ihrer Unterhaltung den Eindruck gewonnen, dass die jungen Männer nach Alkohol gerochen hätten,“ berichtet Karl Gaach von der Polizeiinspektion Weiden.

Nach dem Gespräch mit dem Grundstücksbesitzer fuhren die Männer erneut Richtung Ortsmitte weg. Schon nach wenigen hundert Metern kam den Männern eine Polizeistreife entgegen. Als der Fahrer bemerkte, dass die Polizeistreife gewendet hatte und ihnen folgte, fuhr er in die Blütenstraße. Dort hielt er den PKW noch vor dem Eintreffen des Streifenfahrzeugs an, schaltete das Licht aus und beide Männer entfernten sich.

Mit der Fahndung nach den beiden Männern waren schließlich vier Polizeistreifen, die Verkehrspolizei und die Zivile Einsatzgruppe beschäftigt. Kurze Zeit später konnte die Streife der Verkehrspolizei die jungen Männer festnehmen. Sie hatten sich in den umliegenden Gärten versteckt gehalten. Bei der Polizeiinspektion wurden Alkoholtests durchgeführt und dabei wurden bei dem 25-jährige Fahrzeugbesitzer knapp über 1,6 Promille und bei seinem jüngeren Freund knapp über 1,1 Promille festgestellt. Der 22-Jährige gab sich als Fahrer zu erkennen.

Eine Rückfrage bei der 39-Jährigen ergab, dass die recht markante Beschreibung des Fahrers nicht auf den 22-Jährigen zutraf. Bei einer eingehenden Überprüfung wurde zudem festgestellt, dass der 25-jährige Fahrzeugbesitzer keinen Führerschein besaß. Dafür aber traf die Beschreibung der Zeugin sehr gut auf ihn zu. Letztlich konnte geklärt werden, dass der 22-Jährige aus Freundschaft den Unfall auf sich nehmen und dadurch den 25-Jährigen decken wollte.
Den Älteren erwartet nun ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Der Jüngere sieht nun einer Strafanzeige wegen Versuchter Strafvereitelung entgegen.
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