Reinhold Escherl der große Überraschungsgast

Schauspieler Reinhold Escherl ließ Erlebnisse aus der gemeinsamen Studienzeit mit seinem Freund Karl Balk zur Erheiterung des Publikums im Bürgersaal aufleben. Bild: du
Lokales
Schirmitz
17.03.2015
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Das Mitglied der „Freundenberger Bauernbühne“ war geradezu prädestiniert dafür, in seiner unverwechselbaren Art humorvoll und im Oberpfälzer Dialekt auf die gemeinsame Studienzeit mit seinem Freund Karl Balk zurückzublicken.

„Mia zwoa, der Kare und i, kenna uns scho über 50 Joahr“ begann Escherl seine Reminiszenzen, die immer wieder von Beifall der Zuhörer begleitet wurden. „Es woar anfangs September 1963. Dou san mia von unseren Eltern in d’Weidn eibrocht woarn, in die Sebastianstraße 22, ins damalige bischöfliche Knabenseminar. Mia woarn damals 10 oder 11 Joahr old und ich bin überzeigt: Koina vo uns hot an den Tog bloß annähernd gwisst, af wos dasse mia dou überhaupt eilouer hom. Mir hom nämlich dou drin eine sehr strenge Erziehung genossen.“ Das machte der Gast mit seinen Schilderungen vom genauen Tagesablauf deutlich sichtbar.

Escherl fuhr fort: „Fußballgspielt homa auf die Naabwiesen drassn und wenn Spaziergang woar, homs uns in 2er Reihen meistens dou asse gführt, hinter d’Spielvereinigung asse, wou ja koi Mensch umnanderganga is und dass ma ja koi weibliches Wesen zu Gesicht kröigt hom. Ein hartes Leben woar des damals für uns Boum. Aber der Kare hat damals scho so politische Fähigkeiten entwickelt. Er hat Fußballmannschaften zammgstellt, Spiele und Turniere organisiert und hat damals scho allerweil a bißl mehra gwisst wöi mia. Der Kare woar der Jüngste von uns allen und hat bei uns „Baby“ ghoißn.“

„Aber das Seminarlebn hat Gott sei Dank aa amal an End ghabt“, berichtete der Schauspieler weiter. „Und nach der Bundeswehrzeit homa uns in Regensburg beim Studiem wieder troffa, und desmal als freie Menschen. Desweng homa aa glei amal zu viert beschlossen, dass ma miteinand af Griechenland foahrn. Der Kare hat an gebrauchtn VW-Bus kauft, mia hom bloß unseren Anteil zohln möin, und er hat aa die Reise generalstabsmäßig geplant. Im Spetember 1974 hama oigfoahrn af Österreich, durch Österreich durch und eine ins damalige Jugoslawien. Dou homa nacher so schöi langsam gmerkt: Der VW-Bus braucht fei ganz schöi viel Öl, ungefähr genauso viel wöi Benzin. Mit der kaputtn Ölwanna hamas aber trotzdem bis Athen gschafft.

Dort hama uns alles agschaut: Akropolis, Altstadt, Piräus und so weiter. Und amal sama schon zur späten Stunde mitten in Athen an einer Bar vorbeikumma. Dou hots uns natürlich einedruckt. Ihr möits eich amal des vorstrelln: 4 Boum aus der oberpfälzischen Provinz kumma nachts in eine Athener Bar. Vor nicht allzu langer Zeit der strengen Erziehung des bischöflichen Knabenseminars entronnen, kaum fähig, sich in einer gefährlichen moralischen Situation richtig zu verhalten. Der Barbesuch is jedenfalls für uns eine sehr teuere Angelegenheit woarn. Von Athen aus samma dann weiter nach Norden in die Stadt Larissa gfoahrn“. Auch von dort erzählte der Gast von so manchen pikanten Erlebnissen.
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