Züchter brauchen Blutauffrischung

Als "Schaufenster Oberpfälzischer Kaninchenzucht" wurde 1981 die vom Kleintierzuchtverein organisierte Bezirksschau mit 1400 Rassetieren in der Schwabhalle in Pirk gelobt (linkes Bild). Es waren noch glorreiche Zeiten, als der Kleintierzuchtverein 1992 das 25-jährige Gründungsjubiläum feierte. Beim Festabend in der Mehrzweckhalle wurden Fritz Baier und Arnold Wanek (vorne, Erster und Zweiter von rechts) zu Ehrenmitgliedern ernannt. Als Schirmherren fungierten Landrat Anton Binner und Bürgermeister Alfons B
Lokales
Schirmitz
29.08.2015
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Aus Liebe zur Natur und zum Tier riefen 1966 sieben Gleichgesinnte den Kleintierzuchtverein ins Leben. Gründungsvorsitzender und unermüdlicher Motor des Vereins war 27 Jahre lang Johann Grundler. Mittlerweile sind die Aktivitäten fast eingeschlafen.

In der Blütezeit der 1990er Jahre zählte die Gemeinschaft mit einer starken Jugendgruppe sogar 150 Mitglieder. Heute sind es nur noch 50. Grundler organisierte Kaninchenausstellungen, Tischbewertungen und Meisterfeiern mit Pokalverleihungen. Unter seiner Anleitung wurde 1981/82 sogar eine Zuchtanlage mit Vereinsheim errichtet.

Derzeit gibt es keinen aktiven Züchter mehr. So sehr sich die Nachfolger Grundlers bemühten, das Interesse an der Kaninchenzucht ließ immer mehr nach. Der einst stolze Club ist nur noch ein Stammtischverein.

Am Leben erhalten

Vorsitzender Markus Zaruba, Stellvertreter Andreas Förtsch, Schriftführer Thomas Lindner und Kassiererin Corinna Lindner halten ihn gerade noch am Leben. Dieser Abwärtstrend ist heutzutage aber in vielen ähnlichen Organisationen auch außerhalb von Schirmitz zu beobachten.

Dabei hatte es für die Schirmitzer nach der Gründung am 20. Juni 1966 durch Albert Kick, Georg Specht, Hans Puff, Max Völkl, Arnold Hilburger, Johann Grundler und Fritz Bruckner verheißungsvoll begonnen. Schon bald zählte der junge Zusammenschluss 25 Mitglieder. Nach einem weiteren Aufschwung erreichte man 1976 zum 10-jährigen Bestehen bereits die Zahl von 109 Vereinsangehörigen. Das Zehnjährige wurde mit Fahnenweihe, Mitgliederehrung und Bezirkszüchtertreffen drei Tage lang groß gefeiert. Beim Festzug durch den Ort marschierten 50 Vereine mit.

1400 Rassetiere ausgestellt

Weitere Höhepunkte waren im November 1981 die Organisation der großen Bezirksschau mit 1400 Rassetieren in der Schwabhalle in Pirk. Sie wurde als "Schaufenster oberpfälzischer Kaninchenzucht" gelobt.

Ein tolles Ereignis war die feierliche Einweihung der neuen Zuchtanlage mit Vereinsheim auf einem von Margarete Faltenbacher überlassenen Grundstück jenseits der Naab im Mai 1983. Für die Errichtung dieser Anlage hatten die Mitglieder rund 4000 Arbeitsstunden eingebracht.

Das vorerst letzte Großereignis des Kleintierzuchtvereins war im Juli 1992 das unter Vorsitzendem Rudolf Schultes organisierte 25-jährige Gründungsjubiläum, zu dem Bürgermeister Alfons Bock und Landrat Anton Binner die Schirmherrschaft übernommen hatten. Beim Festabend in der Mehrzweckhalle wurden seinerzeit zahlreiche Vereinsmitglieder für langjährige Treue und besondere Verdienste ausgezeichnet. Fritz Baier und Arnold Wanek ernannte der Jubelverein zu Ehrenmitgliedern.

In den folgenden Jahren wurden als Ersatz für die Kaninchenzucht an den Samstagen immer wieder Tauben- und Geflügelmärkte im Vereinsheim abgehalten. Auch diese sind längst passé. Als Relikt einstiger Aktivitäten ist heute nur noch ein zwangloses Stammtischtreffen jeden Donnerstag im Vereinsheim übrig geblieben. Nach Auskunft des Vorsitzenden Zaruba wurde der Verein aus Kostengründen vom Dachverband abgemeldet.

Geburtstagsparty fraglich

2016 jährt sich die Gründung des Kleintierzuchtvereins B/811 Schirmitz, wie er offiziell heißt, zum 50. Mal. Ob es dazu ein Jubiläumsfest geben wird, erscheint mehr als fraglich.
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