Gemeinderat muss nachbessern
Komplizierte Baustellen

Politik
Schirmitz
12.11.2016
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Der Ausbau der Strecken Kirchenstraße und "An der Kirche" bereitet dem Gemeinderat Kopfzerbrechen. Der Boden ist nicht tragfähig und muss ausgetauscht werden. Doch das ist noch nicht alles.

Wie Bürgermeister Ernst Lenk ausführte, soll noch vor dem Wintereinbruch der Straßenausbau mit Ausnahme der Asphalt-Betondeckschicht fertig werden. Der Gehweg entlang des Kirchengeländes bis zum Kriegerdenkmal sei aber wegen der Baumaßnahmen am Kirchplatz erst im kommenden Jahr so weit. Laut Bürgermeister habe die Verlegung der Glasfaserrohre bereits begonnen. Zurzeit werden Randsteinfassungen gesetzt, danach Pflasterarbeiten in Angriff genommen.

Wie Lenk ferner berichtete, habe sich beim Erdaushub in der Kirchenstraße im Bereich der Fahrbahn und der Nebenflächen gezeigt, dass der anstehende Boden keine ausreichende Tragfähigkeit aufweist. Die alte Drainage habe augenscheinlich nicht mehr funktioniert, so dass der Boden völlig durchnässt gewesen sei. Daher mussten ib oberen etwa 50 Zentimeter ausgetauscht werden. Gemäß Baugrunduntersuchung sei man aber nur von 15 bis 20 Zentimeter ausgegangen. Dadurch erhöhten sich die ausgeschriebenen Aushubmassen erheblich. Wie der Rathauschef erklärte, werde sich diese Situation voraussichtlich auch in den nächsten Teilabschnitten fortsetzen.

Bessere Betonqualität


Ferner informierte Lenk, dass nach Vorgabe Geologen sämtlichen Aushub untersuchen müssen. Dies sei im Leistungsverzeichnis in diesem Umfang aber nicht so vorgesehen gewesen. Außerdem mussten die ersten 10 Zentimeter der Schottertragschicht unter der Asphalttragschicht separat abgetragen und gelagert werden. Durch den Mehraufwand und die größere Menge Erdaushub sei mit rund 60 000 Euro höheren Kosten zu rechnen.

Des Weiteren musste der Fundamentbeton der Granit-Zeiler in einer höheren Betonqualität ausgeführt und die Fundamentdicke bei den Hochborden erhöht werden. Um den Baufortschritt nicht zu verzögern, hat Lenk deshalb Nachträge von 2468 und 2637 Euro genehmigt. Der Randstein bei den Stellplätzen gegenüber der Kirche als Abgrenzung zum Gehweg werde 30 Zentimeter hoch. Die erste Reihe Granit-Kleinstein bei den Stellplätzen werde auf Beton gesetzt, um stabiler zu werden. Die Parkplatzabtrennung werde als Granit-Einzeiler auf Splitt und nicht, wie ausgeschrieben, auf Beton ausgeführt. Das komme 478 Euro billiger.

Der Sitzungsleiter teilte auch mit, dass nach bisherigen Proben das ausgebaute Material in Absprache mit Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt voraussichtlich wieder eingebaut werden kann. Einzig der Bauschutt sei in einer Deponie entsorgt worden, ebenso muss das durchnässte Material weg.

Der Gemeinderat genehmigte einstimmig die Nachträge der Firma Wagner-Bau aus Waldmünchen über den Mehraufwand für Erdarbeiten im Bereich der Kabelgräben, den Einbau von Kurvenkeilen sowie Änderungen beim Pflaster in Höhe von 7082,80 Euro. Ferner beauftragte das Gremium die Firma Protect aus Sulzbach-Rosenberg für die restliche Bauzeit mit der Beprobung und Analytik der Haufwerke zum Preis von 577,15 Euro je Probe.

Für das Kindergartengelände ist ein neuer Zaun erforderlich. Die Architekten Reil und Flierl machten dazu fünf Vorschläge. Das Plenum entschied sich für einen Holzzaun mit Granitsäulen und Metallgitter. Das Holzzaunfeld soll aber nur vier statt fünf Meter lang werden. Nun legt der Gemeinderat die Pläne der Kirchenverwaltung vor. Durch die Verschiebung der Arbeiten in der Kirchenstraße werde die Gemeinde beantragen, wegen Fördermitteln der Städtebauförderung bis Ende 2018 anfragen zu können.

Pächter nicht in Sicht


Die Gemeinde sucht händeringend einen neuen Pächter für die Kegelbahngaststätte in der Mehrzweckhalle. Sie ist seit 1. November geschlossen. Der bisherige Pächter hat gekündigt. Interessenten können sich jederzeit bei der Gemeinde melden.

BauerngasseZum Bebauungsplan Bauerngasse teilte der Bürgermeister mit, dass eine Besprechung mit Vertretern des Landratsamtes, des Denkmalschutzes, der Bauinteressenten und der Gemeinde stattgefunden habe. Die ursprünglichen Pläne seien demnach unrealistisch, fasst er das Ergebnis zusammen. Auf Vorschlag der Fachbehörden soll zur Änderung einer weiteren Planung der Städtebauplaner mit gehört werden. Dazu soll es demnächst ein Gespräch mit Architekt Michael Flierl als Städtebauplaner geben. Silvia Schöberl und Jürgen Schmucker bekamen für den Bau eines Carports mit Abstellraum auf dem Grundstück Ecke Blumenstraße/Tulpenweg grünes Licht. (du)
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