Gegen Freibrief zum Rasen

Diese Häuser am Ortsausgang von Schlammersdorf in Richtung Ernstfeld haben die Ausfahrt genau an der frisch ausgebauten Staatsstraße. Deshalb könnte es hier durch die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung zu kritischen Situationen kommen, befürchtet der Gemeinderat. Bild: ilt
Lokales
Schlammersdorf
27.11.2014
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Noch liegt Teergeruch in der Luft und noch ist sie nicht für den Verkehr freigegeben: Trotzdem liefert die ausgebaute Staatsstraße 2122 zwischen Schlammersdorf und Ernstfeld schon Diskussionsstoff.

"Ich freu mich zwar, dass die Straße ab Samstag frei befahren werden kann", sagte Bürgermeister Gerhard Löckler in der Sitzung des Gemeinderats. Er verstehe aber nicht, warum das Landratsamt Neustadt/WN die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer nicht weiter haben wolle.

Seit einigen Wochen ist die Strecke für die Baumaßnahme gesperrt. Es entstand ein Radweg, zudem wurde die Staatsstraße verbreitert. Bereits seit 2002 galt für das Straßenstück eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometer. Durch den neuen Radweg seien die Voraussetzungen für diese Begrenzung nicht mehr vorhanden, begründet das Landratsamt die Aufhebung. Künftig gilt damit die übliche Geschwindigkeit außerhalb von Ortschaften.

Für Bürgermeister Gerhard Löckler ist dies nicht nachvollziehbar. Er sehe dieses Stück nach wie vor kritisch an, machte er in der Sitzung deutlich. Auch wenn jetzt die Fahrradfahrer von der Staatsstraße weg seien, heiße dies noch lange nicht, dass weniger passiere. Deshalb regte er einen Antrag der Gemeinde auf Beibehaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung an.

Über Straße zum Gehsteig

Als Begründung führte er an, dass zum einen die verbreiterte Staatsstraße dazu einlade, schneller zu fahren. Zudem habe sich die Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern bewährt, da sich fast unmittelbar nach der südlichen Ortseinfahrt von Schlammersdorf vier Aus-/Einfahrten zu den dortigen Anwesen befinden. Des Weiteren müsse dort, um zum Gehsteig zu gelangen, die Straße überquert werden, merkte Löckler an. Zwar sei das Ortsschild um ungefähr zehn Meter in Richtung Ernstfeld versetzt worden, aber bei einer höheren Geschwindigkeit sei es eher die Norm, dass Autofahrer von Ernstfeld her die Fahrzeuge ausrollen lassen und nicht wie gefordert auf 50 Stundenkilometer abbremsen.

Auch befinde sich nach der nördlichen Ortseinfahrt von Ernstfeld eine unübersichtliche Kurve, von der aus in die Straßen "Zur Tann" und "Am Kreuz" eingebogen werde. Das heiße, dass sich insbesondere die aus Richtung Moos kommenden Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle äußerst vorsichtig in die Fahrbahn "reintasten" müssten. Wenn sich aus Richtung Schlammersdorf ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit nähere, käme es zu einer kritischen Situation, machte der Bürgermeister deutlich.

Eine Gegenstimme

Die Abstimmung im Gemeinderat ging 7:1 aus. Johannes Püttner votierte mit "Nein", da seiner Meinung nach gerade die geringe Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern am Ortseingang Gefahren mit sich bringe. Um den Antrag einreichen zu können, müssen noch einige Fakten überprüft werden. Der Gemeinderat ist gespannt, wie die Anwohner auf die bereits ab Sonntag geltende geänderte Höchstgeschwindigkeit reagieren.
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