"Heuer gibt's normales Essen"

Mit 344 000 Euro sind der Umbau der ehemaligen Schule zum Bürgerhaus und die Neugestaltung des Außenbereiches davor sowie vor der Gemeindekanzlei die größten Investitionen der Gemeinde im Jahr 2015. Der Freistaat steuert dazu 221 000 Euro an Förderung bei. Bild: do
Lokales
Schlammersdorf
13.06.2015
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Nicht jede Gemeinde kann mit gewaltigen Investitionen glänzen. Die Finanzmittel, die vor allem kleinen Kommunen zur Verfügung stehen, sind meist bescheiden - auch in Schlammersdorf. Und doch zeigen sich Bürgermeister und Räte mit der Entwicklung der 885 Einwohner zählenden Gemeinde zufrieden.

"Wir brauchen nicht zu jammern", fasste Bürgermeister Gerhard Löckler in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag bei der Beratung des Haushalts zusammen. "Während viele Kommunen auf hohem Niveau jammern, sind wir äußerst zufrieden", urteilte er mit Blick auf die "Speisekarte" des Dorfes: "Nach diätreichen Jahren gibt's heuer ein normales Essen."

Diese Ausgewogenheit bestätigt das Zahlenwerk des Haushaltsplanes. Ein Schuldenabbau wie vorgesehen, keine Kreditaufnahme, ein voraussichtlich sattes Rücklagenpolster von 300 000 Euro zum Jahresschluss und nur "Buch-Schulden": Schlammersdorf zeigt, wie gespart und doch investiert werden kann.

Auf dem Fundament von 384 000 Euro an staatlichen Fördergeldern packt die Kommune im Rahmen ihrer Verhältnisse an, um besonders den gesellschaftlichen Verpflichtungen, den Aufgaben der Daseinsvorsorge und den Bürgerwünschen Rechnung zu tragen. 616 000 Euro sind eingeplant, um den Umbau der ehemaligen Schule zu einem Bürgerhaus einschließlich Außengestaltung voran zu bringen.

Zu den weiteren größeren Ausgabeposten gehört ein Zuschuss zum Ausbau des Gruppenraumes der Feuerwehr, die Restfinanzierung des neuen Geh- und Radwegs zwischen Schlammersdorf und Ernstfeld, die Erweiterung der Straßenbeleuchtung und die Breitbandversorgung. Auch die Beteiligung an den Kosten für den Umbau der Kindertagesstätte gehört dazu.

Einnahmen, Ausgaben

Basis dieser Aktivitäten sind neben den staatlichen Zuwendungen die Eigenmittel der Gemeinde, insbesondere aus den zu erwirtschaftenden Überschüssen des Verwaltungshaushalts. Bei einem Volumen von 1,3 Millionen Euro kalkuliert Kämmerer Michael Eisner eine Zuführung von 50 650 Euro an den Vermögenshaushalt.

Zu den größten Einnahmequellen zählen der Einkommens- und Lohnsteueranteil (343 000 Euro), die Gewerbesteuer (110 000 Euro) und die staatlichen Schlüsselzuweisungen (342 000 Euro). Ihnen stehen auf der Ausgabenseite die Kreisumlage (273 000 Euro) und Personalkosten (162 000 Euro) gegenüber. An die Verwaltungsgemeinschaft und die Schulverbände hat die Gemeinde insgesamt 288 650 Euro zu überweisen.

"Rücklagen für Zukunft"

Das seriöse Haushaltsgebaren lässt den Schuldenstand weiter sinken. Der Kämmerer ermittelte zum Ablauf des Haushaltsjahres eine voraussichtliche Pro-Kopf-Verschuldung von 172 Euro. Im Vorjahr betrug diese noch 200 Euro. Damit liegt die Gemeinde deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen im Landkreis und im gesamten Freistaat.

Unter Berücksichtigung des Rücklagenpolsters ist Schlammersdorf sogar schuldenfrei. "Das sind Rücklagen für die Zukunft", bremste Bürgermeister Gerhard Löckler jedoch schon einmal die Freude seiner Räte.

Kämmerer Michael Eisner bescheinigte dem Haushalt 2015, dass er in konstruktiver Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Gemeinderat "gut gelungen" sei. Es sei schön, festzustellen, dass der Rat auf ein sicheres Rücklagenpolster baue, merkte der Finanzchef der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach an.

Bürgermeister Gerhard Löckler verwies auf die Vorberatungen des Haushaltsentwurfs im Gemeinderat und empfahl dessen Annahme. Da "Ja" des Gremiums zu Haushaltsplan und -satzung, Finanzplan und Stellenplan sowie Investitionsprogramm erfolgte einstimmig.
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