Hilfe und Beratung annehmen

Lokales
Schlammersdorf
20.11.2014
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Terminlich nicht abgesprochen und trotzdem genau aufeinander abgestimmt waren zwei Vorträge an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Bürgerhaus. Einmal ging es um die finanziellen Aspekte bei einem Pflegefall, das andere Mal um die Pflege selbst.

Für die Außenstelle der Volkshochschule begrüßte Maria Stopfer vor 35 Zuhörern Notar Dr. Carl Michael Niemeyer aus Eschenbach als Referenten. Er sprach über "Pflegefall - was dann?" - ein Thema, das laut Maria Stopfer bewegt: Steige doch in einer immer älter werdenden Gesellschaft die Anzahl derer, die ohne fremde Hilfe ihren Alltag nicht mehr meistern können.

Niemeyer unterstrich in seinem Vortrag, dass Pflege- und Heimkosten oft soweit anstiegen, dass diese trotz der Leistungen der Pflegekassen aus Einkommen und Renten nicht mehr gedeckt werden könnten. Grundsätzlich stellten dann die Sozialhilfeträger die Pflege der Betroffenen sicher. Anschließend müssten sie aber natürlich versuchen, mit Regressforderungen die Kosten wieder zu decken.

Dabei fänden nicht nur die laufenden Einkünfte, etwa die Renten der Pflegebedürftigen, Berücksichtigung. Ebenso müsse verwertbares Vermögen herangezogen werden, zu dem Erspartes, Wertgegenstände sowie Haus- und Grundbesitz zählten. Je nach ihrer Leistungsfähigkeit würden auch die unterhaltspflichtigen Kinder zur Deckung der Sozialhilfeleistungen herangezogen.

Freibeträge bei Einkünften

Der Notar machte deshalb anhand von Beispielen deutlich, was bei Überschreibungen, Schenkungen oder Nießbrauch- und Wohnungsrechten beachtet werden sollte. Mit Rechenexempeln ging er auch darauf ein, wie beim Elternunterhalt die Einkünfte der Kinder Berücksichtigung finden und welche Freibeträge nicht angetastet werden. Der Experte stellte sich gerne den zahlreichen Fragen der Zuhörer.

Tags darauf hieß Seniorenbeauftragter Johannes Schmid 30 Besucher willkommen. Als Leiterin der Hauskrankenpflege des BRK Weiden war Tina Hösl prädestiniert, darüber zu informieren, wer bei welchen Pflegefällen Hilfe anbieten und leisten kann. Sie zeigte sich eingangs erfreut und überrascht, dass so viele Männer der Einladung gefolgt waren. Denn meistens nähmen sich nur Frauen des Themas näher an.

Hösl riet, sich bei einem Pflegefall grundsätzlich ausführlich beraten zu lassen, da die Bestimmungen für die Gewährung von Hilfen oft verwirrend und schwer zu verstehen seien. Beim Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bestehe grundsätzlich die Möglichkeit, Sach- oder Geldleistungen oder eine Kombination daraus zu wählen.

Pflegetagebuch sinnvoll

Für die Feststellung einer Pflegestufe sei der Besuch eines Gutachters erforderlich, erläuterte die Referentin. Darauf sollte man sich vorbereiten, was zum Beispiel durch die Führung eines Pflegetagebuches möglich ist.

Anhand dieser Aufzeichnungen könne nachvollzogen werden, wie aufwendig die tägliche Pflege sei. Hösl ging auch auf die zusätzlichen Leistungen ein, die einem Pflegebedürftigen zustehen können. Darunter fielen die finanzielle Unterstützung der Anpassung des Wohnraumes und die Stellung von Pflegehilfsmitteln. Eine Erleichterung bei der ambulanten Betreuung bildeten zudem das Essen auf Rädern, der Hausnotruf und betreute Fahrdienste.

Den pflegenden Angehörigen riet sie, die Beratungsangebote der Pflegedienste anzunehmen. Johannes Schmid bedankte sich bei Tina Hösl am Ende des aufschlussreichen Vortrags mit einem Blumenpräsent.
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