Mit der Handspritze zum Brand

Zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr im Jahr 1980 organisierten die Brandschützer einen großen Festzug, in dem auch historische Löschfahrzeuge und -geräte mitgeführt wurden.
Lokales
Schlammersdorf
17.06.2015
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Stete Einsatzbereitschaft für den Nächsten und Geselligkeit: Das zeichnet die Schlammersdorfer Feuerwehr wie schon in früherer Zeit, so auch heute noch aus. Und auch bei der 135-Jahr-Feier mit Segnung der neuen an- und umgebauten Räume am Wochenende wird beides verbunden.

Ein Blick zurück in die lange Geschichte der Brandschützer: Dem "Protokollbuch" der Feuerwehr Schlammersdorf ist unter dem Datum 25. November 1880 zu entnehmen, dass sich damals 48 Männer aus der Gemeinde bereit erklärt hatten, eine Feuerwehr zu gründen.

Da "die finanziellen Mittel der Mitglieder schwach zu nennen waren", stellte der Verein "das gehorsamste Ansuchen an das königliche Bezirksamt Eschenbach" mit der Bitte um Unterstützung. Eine "Löschmaschine" konnte zwar vorerst nicht angeschafft werden, doch es gelang, bereits ein Jahr nach der Gründung eine Handspritze zu erwerben. Im Juni 1906 beschlossen die Brandschützer, mit freiwilligen Sammelbeiträgen eine Fahne zu kaufen. Den Auftrag erhielt die Bonner Fahnenfabrik Am Rhein.

Fahne konfisziert

Als später der Zweite Weltkrieg tobte und die meisten wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden, übernahmen Männer der älteren Generation und viele Frauen in der Gemeinde den Feuerschutz. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Feuerwehrfahne ebenso wie die Fahne des Kriegervereines von amerikanischen Soldaten konfisziert und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Die erste Aufzeichnung nach dem Zweiten Weltkrieg ist datiert auf den 1. Januar 1950. Der Verwaltungsrat der Wehr - "bestehend aus den Herren Johann Püttner, Georg Biersack, Willy Renner, Luitpold Banzer, Josef Dötsch und Rudolf Weidner" - berichtete damals in der Generalversammlung unter anderem von folgendem Ereignis: "Zur Stärkung der Feuerwehrkasse wurde am 26. Dezember 1949 eine Christbaumversteigerung veranstaltet."

Das nächste große Ereignis war 1952 die Neuanschaffung der Fahne. Sie wurde "nach eingesandter Zeichnung" von der Taubstummenanstalt in Michelfeld angefertigt und ist auch heute noch der Stolz der Feuerwehr.

Zwei Jahre später wurde die erste gebrauchte Motorspritze angeschafft. 1960 bauten die Mitglieder ein Gerätehaus, 1963 erwarben sie eine neue Tragkraftspritze, die viele Jahre ihren Dienst tun sollte. Ein besonders Ereignis war 1970 die Eingliederung der Brandschützer der ehemaligen Gemeinde Moos in die Schlammersdorfer Wehr.

1974, beim 95. Gründungsjubiläum, wurde das erste Löschfahrzeug in Betrieb genommen. Es erhielt nach Taufpatin Elfriede Schmid aus Menzlas den Namen "Elfriede". Maßgeblich beteiligt waren für den Feuerwehrverein Vorsitzender Josef Püttner und Kommandant Alfons Dumbach sowie als "Finanzier" Bürgermeister Adam Wiesnet mit den Gemeinderäten.

Anbau schließt Lücke

Für das Feuerwehrhaus wurde 1986 ein Ersatzbau errichtet, 1997 das 1974 angeschaffte Feuerwehrauto durch einen Neukauf ersetzt. Im Herbst 2001 stellte die Wehr eine Garage neben dem Gerätehaus fertig. Die damals beabsichtigte Lücke zwischen den beiden Gebäuden wurde jetzt durch einen Anbau, in dem sich die Schutzanzüge und eine Umkleide befinden, mit Terrasse auf dem Flachdach geschlossen.

Der Feuerwehrverein mit seinen aktuell knapp 220 Mitgliedern wird schon seit Jahren von Hans Schmid als Vorsitzendem und Dieter Biersack als Stellvertreter erfolgreich geführt. An der Spitze der aktiven Wehr (45 Brandschützer) stehen Schmids Sohn Benni als Kommandant und Johannes Dimler als sein Adjutant. Die Jugendwarte Peter Helldörfer, Michael Lehner und Stefan Müller bilden derzeit neun Anwärter aus.
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