Personal geht ins Geld

Lokales
Schlammersdorf
28.11.2015
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Nackte Zahlen und doch interessant: Fast zehn Euro mehr je Einwohner müssen die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach ab 1. Januar 2016 für die gemeinsame Administration zahlen. Pro Bürger entstehen Verwaltungskosten von zirka 135 Euro jährlich - viel oder wenig?

Ein direkter Vergleich mit anderen Verwaltungsgemeinschaften ist nicht möglich: Zu unterschiedlich sind die Aufgabenstellungen und Ausgangslagen, wie die Mitverwaltung von Kindertagesstätten, die Büroarbeit für Schulverbände oder die Betreuung der Abwasserent- und der Trinkwasserversorgung.

Die Repräsentanten der Gemeinden Kirchenthumbach, Schlammersdorf und Vorbach zeigten sich jedenfalls in der Gemeinschaftsversammlung mit der finanziellen Entwicklung des VG-Haushalts zufrieden - wenngleich das Umlagevolumen um gut acht Prozent wächst. Der relativ starke Anstieg um zirka 50 000 Euro ist besonders der rasanten Entwicklung der Personalkosten geschuldet.

Es war die Stunde des Kämmerers. Michael Eisner erläuterte im Schlammersdorfer Bürgerhaus eines seiner insgesamt sieben Werke. Mit genau 981 600 Euro ist der VG-Haushalt dabei nicht der kleinste. Nach einer Entnahme von 20 000 Euro aus den Rücklagen zur Finanzierung von Ausgaben im Vermögenshaushalt streift die Umlage die 700 000-Euro-Marke.

Eine Angestellte mehr

Neugierig macht die Aufteilung des Finanzierungsbedarfs auf die Mitgliedsgemeinden. Auf der Basis von 5183 Einwohnern im VG-Bereich errechnete Michael Eisner für die Marktgemeinde Kirchenthumbach die Hauptbelastung. Bei 3240 Einwohnern muss sie knapp 442 000 Euro als Umlage für die gemeinsame Verwaltung in den Haushalt 2016 einstellen. Bei derzeit 1034 Einwohnern kommt auf die Gemeinde Vorbach ein VG-Anteil von knapp 140 000 Euro zu. Schlammersdorf, mit 879 Bürgern die kleinste Gemeinde im Verbund, zahlt im nächsten Jahr knapp 119 000 Euro.

Ein Blick in den Verwaltungshaushalt zeigt, dass für das Umlagesoll im Wesentlichen die Personalkosten verantwortlich sind. Der Zuschussbedarf der Hauptverwaltung steigt auf 300 000 Euro (2015: 294 000 Euro), die Finanzverwaltung meldet 274 000 Euro (2015: 250 000 Euro) an. Der Stellenplan sieht eine Einstellung einer Bürokraft vor.

Rücklage schmilzt

Zum Abschluss komme 2016 die Umstrukturierung der Verwaltung, teilte der Kämmerer mit. Investitionen sind im Bereich der Datenverarbeitung und für eine neue Telefonanlage geplant. Die Finanzierung erfolgt aus Rücklagen. Dies zieht einen Rückgang der Allgemeinen Rücklage bis 31. Dezember 2016 von 36 000 auf 16 815 Euro nach sich. Zusätzlich besteht eine Sonderrücklage von 10 594 Euro für Vermögenseigenschäden.

Die Finanzplanung bis zum Jahr 2019 enthält keine nennenswerten Mehrausgaben. Das Investitionsprogramm für den Zeitraum 2017 bis 2019 enthält einen jährlichen Ansatz von 5000 Euro. Nach Glückwünschen des VG-Vorsitzenden und Bürgermeisters von Kirchenthumbach, Jürgen Kürzinger, für die gute Arbeit von Michael Eisner und der Kämmerei verabschiedete das Gremium den VG-Haushalt 2016 einstimmig.

"Keine besonderen Vorkommnisse" meldete der Schlammersdorfer Bürgermeister Gerhard Löckler als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses nach der Prüfung der Jahresrechnung 2014 in Stichproben. Es gebe keine Beanstandungen, teilte er auch im Namen seiner Prüferkollegen mit und beantragte die Entlastung zur Jahresrechnung. Diese folgte ebenfalls einstimmig.
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