Pilgern zum Pfarrfest

Premiere und Härtetest zugleich war das Pfarrfest für den neuen Kirchplatz. Es begann mit einem von Pater Adrian Kugler zelebrierten Freiluftgottesdienst. Für die musikalische Gestaltung von Messe sowie Frühschoppen war die Kinder- und Jugendblaskapelle aus Kirchenthumbach (vorne) zuständig. Bilder: ewt (3)
Lokales
Schlammersdorf
11.05.2015
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Die Sonne strahlt, jede Menge Menschen tummeln sich auf der Hauptstraße, die Leute stehen beim Gottesdienst, die Blaskapelle spielt auf. All das kann das nur eines bedeuten: In Schlammersdorf wird ein Fest gefeiert.

Am Sonntag gab es dafür sogar drei Anlässe: die Sternwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft, die Segnung des Kirchplatzes und das Pfarrfest.

Unter dem Thema "Gemeinsam unterwegs sein" kamen die Pilger aus den Dörfern der Pfarreiengemeinschaft gegen 9 Uhr am Ziel in Schlammersdorf an. Anschließend zelebrierte Pater Adrian Kugler den Freiluftgottesdienst. "Welche Dinge im Leben sind dir außerordentlich wichtig?", fragte er darin. Ein Sitzplatz bei der Messe gehörte am Sonntag auf jeden Fall nicht dazu, denn die Gottesdienstbesucher standen sogar hinter den aufgestellten Bierbänken.

Zu den wichtigen Dingen gehören laut einer Umfrage: das Leben in vollen Zügen genießen, ein gutes Familienleben, einen Partner finden und haben - und vor allem wahre Freunde haben. Auf dieser Umfrage und dem Film "Ziemlich beste Freunde" baute Pater Adrian seine Predigt auf.

"Jesus will uns als Freund"

In dem Film bewirbt sich der arbeitslose und frisch aus dem Knast entlassene Driss pro forma als Pfleger beim querschnittsgelähmten Philippe, einzig um den Stempel für die Arbeitslosenunterstützung zu bekommen. "Was hat das jetzt mit uns und Jesus zu tun?", fragte der Geistliche und erläuterte: "Oft herrscht zwischen Gott und den Menschen auch eine Art Arbeitsverhältnis. Gott wirkt oft so fern und wie gelähmt und braucht Leute, die sich für ihn einsetzen. Du tust was für Gott und erwartest dann den Lohn, nämlich ein gutes und ein ewiges Leben."

Im Film entwickelt sich aus einem reinen Arbeitsverhältnis zwischen Driss und Philippe eine wahre Freundschaft. "Jesus will kein Angestelltenverhältnis zu uns, er will uns als Freund. Jesus ist der beste Freund, auf den man immer zählen kann", erläuterte Pater Adrian. "Mit einem Freund an der Seite ist kein Weg zu lang. Wie sehr muss das gelten mit Jesus an der Seite?"

Musikalisch gestaltete die Kinder- und Jugendblaskapelle aus Kirchenthumbach unter der Leitung von Jürgen Böhme den Gottesdienst. Auch beim Frühschoppen und beim Mittagessen sorgte das Ensemble für Stimmung.

Viele Dank-Adressaten

Zuvor jedoch wurde der neue Kirchplatz gesegnet. 2011 war der Entschluss gefasst worden, das alte Pfarrhaus abzureißen und einen modernen Kirchplatz zu gestalten. Im Oktober 2014 wurde dieser fertiggestellt. Pater Adrian sagte vielen Dank: Architekt Günther Lenk für die Planung, den Firmen Müller und Seemann für die Umsetzung, den finanziellen Unterstützern, der Diözese, dem Katholischen Frauenbund für eine Parkbank, Bürgermeister Gerhard Löckler und der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach für die Unterstützung, dem Pfarrgemeinderat und vor allem Engelbert Schmid - 24 Jahre in der Kirchenverwaltung, davon 18 Jahre Kirchenpfleger - für den ersten Schritt.

"Die Feuerwehr im Ausschank ist schon ganz nervös; jetzt geht es los", leitete Pater Adrian zum Pfarrfest über. Bei Grillspezialitäten, Mittagessen, Kaffee, Kuchen und Obstbechern musste niemand hungern. Bis spät am Abend feierten die Gläubigen. Für Unterhaltung sorgten Tobias Trenz aus Wölkersdorf am Keyboard und Bauchtanzgruppen.
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