Rein rechnerisch schuldenfrei

Mit Anerkennungsurkunden würdigte Bürgermeister Gerhard Löckler (rechts) in der Bürgerversammlung das intensive Engagement von (von links) Michael Wiesnet und Manfred Schmid zugunsten von Feuerwehr beziehungsweise Jagdgenossenschaft. Beide seien Vorbilder für andere. Bild: ilt
Lokales
Schlammersdorf
03.02.2015
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Eine Gemeinde, die stolz auf ihre Bürger und deren Engagement im Ehrenamt und in der Politik sein kann: So sieht Bürgermeister Gerhard Löckler Schlammersdorf. In der Bürgerversammlung fiel aber auch sein Bericht zu finanziellen und allgemeinen Themen positiv aus.

Nach seinem Vortrag besichtigten die Zuhörer die bereits fertig renovierten Räume im neuen Bürgerhaus, bevor es in die Diskussionsrunde ging.

Auch wenn noch etliche Investitionen anstehen: Die vorher sehr magere finanzielle Ausstattung der Gemeinde hat sich seit zwei Jahren doch zufriedenstellend verbessert und bietet Spielraum für Ausgaben. Hierzu beigetragen haben natürlich der Schuldenabbau und die dadurch gesunkene Zins- und Tilgungsleistung. "In manchem der vergangenen Jahre mussten wir bis zu 78 000 Euro jährlich an Zins und Tilgung aufbringen", blickte Löckler zurück.

Bereits zu Beginn des Jahres 2014 hatte die Gemeinde jedoch rechnerisch eine Rücklage von rund 450 000 Euro, die auch nicht angetastet wurde. "Stellt man Rücklagen und Schuldenstand gegenüber, sind wir faktisch schuldenfrei - und wir haben auch noch etwas auf der hohen Kante", hob der Bürgermeister hervor.

In 2014 waren die Schlüsselzuweisung mit rund 324 000 Euro (26 Prozent) und die Einkommensteuer mit 374 100 Euro (31 Prozent) die größten Posten auf der Einnahmenseite. Gebühren stellten 10, weitere Steuereinnahmen 9,5 sowie Zuweisungen und Zuschüsse 7,5 Prozent der Einnahmen.

Bei den Ausgaben sind an Hauptposten zu nennen: die Investitionen mit 42 Prozent (444 655 Euro), die Kreisumlage mit 13 Prozent (246 500 Euro), die Pflichtaufgaben - wie Schule, Abwasser, Straßenwesen, Feuerwehr, Friedhof und Kindergarten - mit 29 Prozent (539 750 Euro), die Personalkosten mit 8 Prozent (154 650 Euro) und der Schuldendienst mit 2 Prozent (28 327 Euro) ausgewiesen. "Der Abbau der Schulden ist auch hier ersichtlich, waren es doch 2007 noch 8 Prozent", merkte Löckler an.

Straßenbau und Breitband

Wichtige Einzelinvestitionen, die getätigt wurden, waren der Umbau der ehemaligen Schule zu einem Bürgerhaus (149 682 Euro), die Erneuerung der Gemeindeverbindungsstraße Ernstfeld-Weidenlohe (125 150 Euro), der Bau des Geh- und Radwegs Ernstfeld-Schlammersdorf (52 000 Euro) und der Zuschuss für den Ausbau des Feuerwehr-Gruppenraumes (34 450 Euro). Außerdem wurde in den Ausbau des Ortsteils Ernstfeld, diverse Straßenerneuerungen, die Verbesserung der Breitbandversorgung sowie die Errichtung von Sitzgruppen und Ruhebänken investiert.

Pro Kopf 172 Euro Schulden

Ein erfreulicher Blick ging in Richtung Rücklagen. Eine Entnahme war im vergangenen Jahr entgegen der ursprünglichen Planung nicht erforderlich und so belief sich das Sparguthaben der Gemeinde zum Ende 2014 auf gut 450 000 Euro. "Die Entwicklung für die Zukunft wird wohl nicht ganz so aussehen, wie sie im Haushalt dargestellt wurde", stellte der Bürgermeister klar. Weitere Investitionen werden wohl nicht ausbleiben.

"Ende 2014 betrug der Schuldenstand rund 205 000 Euro und war somit gut 55 000 Euro niedriger als im Vorjahr", berichtete Löckler stolz. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 172 Euro. Dies sei im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen ein Betrag weit unter dem Landesdurchschnitt (Weiterer Bericht folgt).
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