Schneller, stärker, effizienter?

Lokales
Schlammersdorf
30.11.2015
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In der VG-Versammlung ließ einmal mehr die Strategie der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) grüßen. Viele kommunale Aufgaben enden nicht an der Gemeindegrenze.

Oftmals bietet es sich an, gemeindeübergreifende Projekte gemeinsam zu verwirklichen. Außerhalb der Tagesordnung berief sich VG-Rat Bürgermeister Gerhard Löckler auf Initiativen von CSU-Gemeinderäten zu einer stärkeren Kooperation im VG-Bereich, etwa bei den Gemeindebauhöfen.

"Gewisse Ängste"

Der Bürgermeister wünschte sich eine Meinungsbildung in der VG-Versammlung und schlug eine Abstimmung innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft vor. Auch Jürgen Kürzinger fand ein Treffen auf VG-Ebene für wünschenswert. Stärker, schneller und effizienter könnte das Ergebnis einer Optimierung der Zusammenarbeit schon sein, glaubt der Kirchenthumbacher Bürgermeister, wenngleich Kürzinger vermutete: "Es gibt gewisse Ängste." Das Thema müsse deshalb erst einmal wachsen.

Als CSU-Mann fühlte sich Josef Schreglmann angesprochen: "Die Idee einer besseren Zusammenarbeit der drei Bauhöfe entstand bei einem Seminar". Auch der CSU-Rat sah allerdings "auf die Schnelle" keine Lösungsmöglichkeiten. Trotzdem sollten die Gremien ihr Bewusstsein für Gemeinsamkeiten im Bauhofbereich stärken und zum Beispiel in Notfällen Hilfestellung anbieten, wünschte sich Schreglmann. Das Endziel einer Einheit der Bauhöfe sollten die Kommunalpolitiker dennoch nicht aus den Augen verlieren.

Löckler sah schon zum Beispiel im Wasserbereich gewisse Ansätze von Gemeinsamkeit. Trotzdem liege Wunsch und Realität bei einem Bauhof für alle drei Gemeinden weit auseinander. Der Schlammersdorfer Bürgermeister verwies vor allem auf personelle Risiken und bei der Größe des Betreuungsgebietes auf Probleme der schnellen Erreichbarkeit.

Vorbachs Bürgermeister Werner Roder begrüßte zwar eine Kooperation. Gleichzeitig zweifelte er an den vorhandenen Kapazitäten für gemeinsame Ziele. Als Beispiel nannte Roder das Scheitern der Zusammenarbeit mit Kirchenthumbach auf der Ebene der Wasserversorgung. Ein Einheitsbauhof könne auch nicht mehrere Chefs haben.

Gegenseitig aushelfen

Hindernisse sah Roder auch im steuerrechtlichen Bereich. Gegenseitige Leistungen der Kommunen seien umsatzsteuerpflichtig, bedauerte der Vorbacher Gemeindechef. Deshalb plädierte der Bürgermeister eher auf eine Zusammenarbeit ohne Rechtsform im gegenseitigen Aushelfen, wie sie sich zum Beispiel zwischen den Gemeinden Vorbach und Schlammersdorf schon lange bewähre. Einig war sich das Gremium, auf Gemeindeebene weiter nach Möglichkeiten gemeinsamer Bauhofleistungen zu suchen.
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