Tempo 60 ist Vergangenheit

Lokales
Schlammersdorf
12.03.2015
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Auf dem ausgebauten Teilstück der Staatsstraße 2122 zwischen Schlammersdorf und Ernstfeld wird es keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr geben. Die im Jahr 2002 angeordnete Beschränkung werde aufgehoben, weil nun ein kombinierter Geh- und Radweg vorhanden sei, teilte das Landratsamt der Gemeinde mit.

Über die Entscheidung der Behörde unterrichtete Bürgermeister Gerhard Löckler den Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend.

Vorausgegangen war ein Antrag der Kommune auf Beibehaltung des 60-Stundenkilometer-Bereiches. Begründet hatten Bürgermeister und Räte ihren Vorstoß unter anderem mit der Gefahr höherer Geschwindigkeiten auf der ausgebauten Straße, Gefahrenstellen an der südlichen Ortseinfahrt von Schlammersdorf, einer Schulbus-Haltestelle und eines gewissen Gewöhnungseffekts der Verkehrsteilnehmer nach 15 Jahre dauernder Geschwindigkeitsbeschränkung.

Messgerät kehrt zurück

Im Gegensatz dazu sah das Landratsamt nach Anhörung der Fachbehörden jedoch keine besonderen Umstände gegeben, die dafür sprechen, die Tempo-60-Zone zwischen Schlammersdorf und Ernstfeld aufrecht zu erhalten. "Ein Fehler", wie Bürgermeister Gerhard Löckler anmerkte. "Nun können wir nur abwarten, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten." Als geschwindigkeitsdämpfende Maßnahme kündigte er die Wiederinstallierung eines Messgeräts an.

Nicht von der Gemeinde bestellt seien die Leitplanken, die seit einigen Tagen eine Böschung der Straße zieren, erklärte der Bürgermeister. An ihrer Notwendigkeit zweifelte Gerd Wiesnet: "Muss das monströse Gebilde wirklich sein?" Löckler vermutete "schlaue Leute" hinter dieser Anordnung, um die Kraftfahrer vor den paar Bäumen und Sträuchern in ungenügender Entfernung zur Straße zu schützen.

Im Schoß der "Kulmgau-Gemeinden" will sich Schlammersdorf an Konzepten zur Gestaltung der technologischen, touristischen und elektro-mobilen Zukunft beteiligen. In der Hoffnung auf europäische Fördergelder stimmten die Räte dem "Integrierten Räumlichen Entwicklungskonzept Kulmregion" geschlossen zu. Das Papier des Büros GeoPlan Bayreuth umfasst auf 123 Seiten Handlungsfelder und Strategien auf vielen Ebenen.

Dezentrale Gartenschau

"Vieles ist noch Vision", bremste der Bürgermeister überzogene Erwartungen. Interessant für Schlammersdorf sei zum Beispiel eine dezentrale Kleine Gartenschau in allen Kommunen der Arbeitsgemeinschaft. Als geeignete Gemeindefläche nannte Löckler das Grundstück rund um das Bürgerhaus. Wichtig sei zunächst, dabei zu sein. Daraus könne sich in Zukunft auch manch interessante Fördermöglichkeit aus anderen Programmen ergeben.

Zum 31. Dezember 2013 stand den Schulden der Gemeinde in Höhe von 175 000 Euro eine stattliche Rücklage von 457 000 Euro gegenüber. Über die Vermögensentwicklung berichtete Hans Wiesnet im Namen des Rechnungsprüfungsausschusses.

Er verwies auf eine stichprobenartige Rechnungsprüfung für 2013 und teilte mit: "Es wurden keine Prüfungsfeststellungen getroffen." Dem Vorschlag auf Entlastung der Jahresrechnung folgte der Gemeinderat einstimmig. Der kurze öffentliche Teil der Gemeinderatssitzung endete mit der Zustimmung zum Bauantrag von zweiter Bürgermeisterin Tanja Renner und ihrem Ehemann Christoph zum Umbau des Wohnhauses.
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