Mehr Geld für Kindertageseinrichtung
Gemeinden übernehmen

Die Kindertagesstätte St. Michael steht vor Herausforderungen. Ab 1. Januar 2016 übernehmen die Gemeinden Schlammersdorf und Vorbach 90 Prozent des ungedeckten Bedarfs. Der Trägerverein St. Michael kommt für den Rest auf. An den Beförderungskosten beteiligen sich die Kommunen künftig mit 60 Prozent. Bild: do
Politik
Schlammersdorf
11.04.2016
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Kleine Träger von Kindertageseinrichtungen sind Ausdruck gelebten bürgerschaftlichen Engagements. Das gilt auch für die Kindertagesstätte in Schlammersdorf. Der St.-Michaels-Verein als Träger leistet Großes. Eltern, Kinder sowie die Gemeinden Schlammersdorf und Vorbach sind stolz.

Doch klar ist: Die kleinen Organisationseinheiten stehen vor großen Herausforderungen. Diese Entwicklungen gehen ins Geld. Besonders die vor einigen Jahren eingerichtete Kinderkrippe von St. Michael hat das finanzielle Gefüge verschoben. Bisher finanzierte sich der Verein über Beiträge, Zuschüsse und die Kostenbeteiligung der Gemeinden. Zwei Drittel des ungedeckten Bedarfs übernahmen die Kommunen im Zuge ihrer Defizithaftung. Das restliche Drittel steuerte der Trägerverein bei. Entsprechend einer Sonderregelung beteiligten sich die beiden Gemeinden bisher mit 57 Prozent auch an den Kosten des Kindergartenbusses. Diese Vereinbarungen sind passé. Der St.-Michaels-Verein braucht mehr Geld, um die Elternwünsche nach bester Erziehung der 58 Kinder, davon 8 in der Kinderkrippe, verwirklichen zu können. Die Personalkosten explodieren. Die Leistungsfähigkeit des Vereins ist gefährdet. Auch die Rücklagen sind durch die Generalsanierung des Horts aufgebraucht. Der Weg zu den beiden Kommunen war vorprogrammiert. Eine neue Kostenverteilung war unvermeidbar, bemerkte Bürgermeister Gerhard Löckler im Gemeinderat.

Auch die Gemeinderäte waren informiert. Zu entscheiden war nach Gesprächen mit der Vereinsführung über eine Kostenübernahme von 90 Prozent. Auch die Verteilung der Beförderungskosten stand auf dem Prüfstand. Gerhard Löckler zitierte aus einem neuen Vereinbarungsentwurf mit einer Kostenübernahme im Verhältnis von 60:40 Prozent. Außerdem empfahl der Bürgermeister die Annahme einer rückwirkenden Übergangsregelung mit einer Kostenbeteiligung am nicht gedeckten Bedarf in Höhe von 80 Prozent für die Jahre 2011 bis 2015. Der Bürgermeister nannte die Defizite des Kindergartens unvermeidbar und empfahl die Zustimmung. Einstimmig billigte das Gremium die Vereinbarung mit Wirkung zum 1. Januar 2016. Ein gleichlautender Beschluss aus Vorbach liegt bereits vor.
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