Bürgermeister Löckler am Volkstrauertag
Lehren der Vergangenheit

"Die Geschichte lehrt andauernd. Sie findet nur keine Schüler", sagt Bürgermeister Gerhard Löckler (Mitte) bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. Anlass dazu war der Volkstrauertag. Bild: wmi
Vermischtes
Schlammersdorf
16.11.2016
10
0

Für Bürgermeister Gerhard Löckler hat "die Erinnerung an Vergangenes noch einen hohen Stellenwert". Er sprach bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag über den Zweiten Weltkrieg und verglich diesen mit der Gegenwart.

Nach dem Gottesdienst am Samstag, zelebriert von Pater Adrian Kugler und musikalisch eindrucksvoll umrahmt von einer Abordnung der Dießfurter Blaskapelle, begaben sich die Abordnungen der kirchlichen und weltlichen Vereine ans Kriegerdenkmal. Auch viele Pfarrangehörige ließen es sich nicht nehmen, bei der Kranzniederlegung am Denkmal dabei zu sein.

Dabei führte Bürgermeister Löckler aus, dass das Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 70 Jahre zurückliege. "Dieser schlimmste Krieg der Menschheit hinterließ die unfassbare Zahl von 55 Millionen Toten. Über 70 Männer aus der Gemeinde Schlammersdorf ließen in beiden Weltkriegen ihr Leben", erinnerte er an die dunkle Geschichte Deutschlands. Was unvorstellbar schien, habe sich seitdem immer wieder wiederholt. Sei es in Straflagern, Gefängnissen oder in den aktuellen Kriegen. Es seien Bilder, die Angst machten und man könnte den Eindruck gewinnen, dass alles noch schlimmer sei, bedauerte der Bürgermeister.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge habe in diesem Jahr das Thema "Flucht und Vertreibung" für den Volkstrauertag als Motto gewählt. "Wollen auch wir heute mit Blick auf die Bürgerkriegsbilder aus Syrien und die unzähligen Flüchtlingsschicksale auf der Welt einen Bezug zwischen Gegenwart und Vergangenheit schaffen", forderte er auf. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg seien Hunderttausende durch ein zerstörtes Europa auf dem Weg in ihre Heimat, aus der sie vertrieben wurden, gezogen oder hätten eine neue Heimat gesucht. Die Erinnerung an die eigene Geschichte sollte den Menschen eigentlich das Leid der Flüchtlinge näher bringen, brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck.

Leid der Flüchtlinge


Rechtspopulistische Ansichten, die schon einmal Auslöser einer Katastrophe gewesen seien, würden gerne nachgeplappert, in einem Land in dem Wohlstand und soziale Sicherheit noch nie so gut waren, wie jetzt. "Vielleicht steht in 100 Jahren wieder jemand an einem Denkmal und wundert sich, warum damals - also heute - die Zeichen der Zeit nicht erkannt wurden und warum die Menschen falschen Propheten leichtsinnig glaubten", mutmaßte Löckler. "Die Vergangenheit sollte uns lehren, solidarisch und in Verantwortung gegenüber den Mitmenschen zu leben", mahnte der Bürgermeister abschließend.
Weitere Beiträge zu den Themen: Zweiter Weltkrieg (36)Volkstrauertag (97)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.