"Die Tendenz ist weiter sinkend"
Gemeinde Schlammersdorf baut kontinuierlich Schulden ab - Bericht in Bürgerversammlung

Vermischtes
Schlammersdorf
02.02.2016
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Bürgerversammlungen sind in der Gemeinde anscheinend Männersache: Ungefähr 50 Einwohner hatten sich dazu im Bürgerhaus eingefunden, allerdings war nur eine einzige Frau darunter. Und das war Gemeinderätin und zweite Bürgermeisterin Tanja Renner.

Durch die solide Haushaltsführung ist die Kommune nach der Aufrechnung von Schulden und Rücklagen schuldenfrei: eine Tatsache, die Bürgermeister Gerhard Löckler in seinem Bericht mehrfach wiederholte und stolz präsentierte. "Die finanzielle Situation der Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert", machte er deutlich.

Hierzu beigetragen haben neben einer sparsamen Wirtschaftsführung auch erhöhte Zuweisungen sowie natürlich der Schuldenabbau und die damit gesunkene Zins- und Tilgungsleistung. "Unsere Rücklage im vergangenen Jahr lag bei 450 000 Euro", sagte der Bürgermeister zufrieden und wies darauf hin, dass diese Summe im Haushalt 2015 nicht angetastet worden sei. Löckler präsentierte dazu anhand grafischer Darstellungen Schlüsselzuweisungen, Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt sowie Investitionen.

Schulden fürs Abwasser


Letztere schlüsselte der Bürgermeister genau auf (Stand 31. Dezember 2015). Für die Gestaltung des Umfeldes am Bürgerhaus stehen 111 113 Euro zu Buche, 71 600 Euro wurden für den Umbau der ehemaligen Schule in ein Bürgerhaus verwendet. Die Feuerwehr bekam 19 600 Euro als Unterstützung für den Ausbau des Gruppenraumes und für den Geh- und Radweg nach Ernstfeld wurden 18 307 Euro benötigt. Kleinere Beträge fielen für die Erweiterung der Straßenbeleuchtung und die Einrichtung von Buswartestellen an.

Seit über zehn Jahren belasteten die Schulden beträchtlich die Gemeinde, betonte Löckler. Seine Aufstellung zeigte, wie sich seit 1990 der Schuldenstand entwickelt hat. Die Gemeinde war in der Pflicht, 1997 für die Abwasserbeseitigung 357 000 und 2001 nochmals 231 000 Euro an Krediten aufzunehmen. Die Schulden summierten sich damals auf den Höchststand von 545 000 Euro.

Diese aber seien seitdem kontinuierlich abgebaut worden, sagte der Bürgermeister stolz. Trotz recht magerer Zeiten habe die Gemeinde gezeigt, dass es immer weiter gehe. Und so betrug Ende 2015 der Schuldenstand gerade einmal 126 500 Euro - 25 000 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei von 601 Euro (2012) auf 142 Euro (2015) gesunken und liege somit weit unter dem Landesdurchschnitt, freute sich das Gemeindeoberhaupt. "Die Tendenz ist weiter sinkend, sofern nichts Außergewöhnliches kommt."

Bolzplatz aufwerten


Aus dem Topf der Dorferneuerung bekam die Kirchenverwaltung rund 40 000 Euro Zuschuss für die Verschönerung des Kirchplatzes. Auch der Umbau zum Bürgerhaus profitierte von der Unterstützung. Jetzt soll noch für die Aufwertung des Bolzplatzes Geld fließen.

Bürgermeister Gerhard Löckler bedankte sich bei den Einwohnern für ihr Engagement. Was diese in unzähligen unentgeltlichen Stunden geleistet haben, sei nicht selbstverständlich. Er erwähnte besonders die Jagdgenossen mit dem Wegebau sowie die Mitglieder und Aktiven der Feuerwehr mit ihrem Einsatz bei vielen Veranstaltungen und Aktionen (weiterer Bericht folgt).

Einkommensteuer und UmlagenDie Haupteinnahmequellen der Gemeinde waren wie zuvor auch der Anteil an der Einkommensteuer (26,6 Prozent; 343 700 Euro) und die Schlüsselzuweisung (26,6 Prozent; 341 900 Euro). Hinzu kamen weitere Steuereinnahmen (13,8), Gebühren und Abgaben (9 Prozent) sowie Zuweisungen und Zuschüsse (7,5). Bei den Ausgaben stehen an erster Stelle mit 23,7 Prozent die Umlagen an Zweckverbände, Rang zwei nimmt mit 22,4 Prozent die Kreisumlage ein vor Personalausgaben (12,7 Prozent) und die Zuweisung an Kitas (12,5). "Für den Kindergarten mussten wir einiges ansetzen", erläuterte Löckler. Der Bau sei zwar vom Staat gefördert worden, aber die Betriebskosten lägen bei Kindergartenverein und Gemeinde. (ilt)
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