Gebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft
Heiß aufs Heizen

"Wir haben viele Kleinmengen zu vermarkten, die einen hohen Zeitaufwand verursachen" Zitat: Reinhard Wiesend. Geschäftsführer
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Schlammersdorf
29.10.2016
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Wird in Eschenbach in der Weidelbach-Niederung ein Heizwerk gebaut? Mit dieser Frage hat sich Reinhard Wiesend in der Gebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) beschäftig.

Und er zeigte sich überzeugt: "Es täte unseren Wäldern gut." Auch ein Heizwerk in Eschenbach stand erneut im Gespräch. Erste Überlegungen dazu hatte es in der Planungsphase des Eschenbacher Stadtrats für die Neubauten des Bauhofs und Feuerwehrhauses gegeben. Für beide Einrichtungen wurde die Fläche westlich des ehemaligen Bahnhofs vorgeschlagen.

Neuer Vorschlag


Nun gibt es Überlegungen zu einem "Heizwerk Eschenbach". Für Wiesend käme dafür das Gebiet Stirnberg infrage. Als mögliche Abnehmer nannte er Kindergarten, BRK-Seniorenheim und die nahen Stirnberg-Wohnblöcke. Er berichtete von Gesprächen zur Ermittlung der Wärmemenge möglicher Abnehmer.

Nach deren Abschluss Ende November gelte es, einen Kostenplan zu erstellen. Für Dezember kündigte der Geschäftsführer einen schwerwiegenden Schritt an: "Der Vorstand muss über den Bau entscheiden." In die Überlegungen würden Baukosten und die Preise bei anderen Energieträgern wie Öl und Gas einfließen. Die Verwertung von Restholz und ein zusätzliches Arbeitsfeld zur Anstellung einer forstfachlichen Kraft wertete Wiesend als Vorteile für die FBG. Im vergangenen dritten, milden und relativ trockenen Winter sah er ein Problem für den Holzmarkt. Er sprach von einem rückläufigen Brennholzbedarf. Den Holzeinschlag wertete er insgesamt als verhalten und resümierte: "Wir haben viele Kleinmengen zu vermarkten, die einen hohen Zeitaufwand verursachen." Der Geschäftsführer erinnerte daran, dass die Sägewerke zuverlässige und kontinuierliche Mengenlieferungen brauchen. Zu geringe Angebote hätten zur Organisation von Ferntransporten geführt. Wegen Käferproblemen und Nordostböhmen und in Polen sei es zudem zu einen "Holzstrom" aus diesen Ländern gekommen, der mindestens bis 2019 anhalten wird.

Zur Absatzsituation für Schnittholz berichtete Wiesend: "Die Nachfrage ist in Asien eingebrochen und auch im europäischen Ausland schwach." Wegen Bautätigkeiten und einem starken privaten Konsum liege sie jedoch in Deutschland auf hohem und stabilem Niveau. Er informierte die Waldbesitzer über die derzeitigen Preise, die für Fichte bei 85 bis 87 Euro und bei Kiefer bei 70 bis 73 Euro pro Festmeter liegen. Obwohl sie bei Glanzzeiten schon bis zu 100 Euro reichten, hielt er sie mit Blick auf den Weltmarkt für "trotzdem nicht schlecht". Für Eichen meldete er eine starke Nachfrage und Preise von 100 bis 230 Euro. Zur Vermeidung von Qualitätsmängeln seien jedoch Kenntnisse zum Fällen der Bäume erforderlich.

Da in den heimischen Wäldern während des Jahres wiederholt kleine Befallsnester aufgearbeitet wurden, appellierte er an seine Zuhörer: "Kontrollieren Sie Ihre Bestände auf Käferbefall und beantragen Sie Kalamitäten-Nutzung." Sorgen bereitete ihm die Baumart Kiefer. Der Forstwirtschaftsmeister berichtete von Nadelabfall, Pilzkrankheiten und möglichen Nachwehen aus dem Trockenjahr 2015. "Die Forschung nach dem Warum läuft auf Hochtouren", versicherte er.

Regen nötig


Nach den bisher guten Ergebnissen bei der Submission von Wertholz rief er die Waldbesitzer zur weiteren Teilnahme an den Aktionen in Himmelkron auf, wo bereits Erlöse zwischen 128 und 190 Euro pro Festmeter erzielt wurden. Für die nächste Zeit kündigte er die Annahme von Pflanzenbestellungen an, riet jedoch noch von Pflanzaktionen ab. "Wir haben noch großen Regenbedarf." Für das Heizwerk Grafenwöhr meldete Wiesend einen steten Bedarf an Hackschnitzel an. Er empfahl auch das zunehmend genutzte Angebot für die Waldhaftpflichtversicherung über die forstwirtschaftliche Vereinigung Oberpfalz.

Welche Bäume passen auf welchen Waldboden? Als Entscheidungshilfe dafür verwies er auf die nun vorliegende Standortkartierung. Für den 18. und 19. November kündigte er eine Fortbildung zum sicheren Arbeiten mit der Seilwinde im Eschenbacher Stadtwald an. Thema der Jahreshauptversammlung im Februar 2017 in Speinshart ist die Besteuerung der Wald- und Landwirtschaft. "Unsere Wälder liegen in unserer Verantwortung. Handeln wir danach", gab FBG-Vorsitzender Markus Heining am Ende mit auf den Weg.

Wir haben viele Kleinmengen zu vermarkten, die einen hohen Zeitaufwand verursachenReinhard Wiesend. Geschäftsführer


Nächste TagungDie Versammlungen der Forstbetriebsgemeinschaft sind für die Waldbesitzer stets eine Informationsquelle zum Thema Holzmarkt. Die diesjährige Tagungsreihe hat in Kirchenthumbach begonnen und endet am Freitag, 4. November, in der Gaststätte Heining in Pressath. (rj)
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