Haushalt 2016 "etwas großzügiger gestaltet"
Schlechte Zeiten sind vorbei

Vermischtes
Schlammersdorf
08.04.2016
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Mit 875 Einwohnern gehört Schlammersdorf zu den kleinsten Gemeinden der Oberpfalz. Doch das Dorf ist gut aufgestellt - auch die kommunalen Finanzen stimmen: Unterm Strich gibt es keine Schulden, wie sich in der Haushaltssitzung des Gemeinderats zeigte. Bild: do


Abwassergebühren: Neukalkulation im HerbstDie gute Konjunkturlage wirkt sich auch positiv auf die Finanzsituation der Kommunen aus. Weil diese Entwicklung bei den Gemeinden verzögert ankommt, können sie mit weiter sprudelnden Einnahmen rechnen. Im Schlammersdorfer Haushalt 2016 zeigt besonders der Einzelplan "Steuern und allgemeine Zuweisungen" erfreuliche Zuwächse.

Die Gemeinde kann mit 364 200 Euro Einkommensteueranteil (im Vorjahr: 343 000 Euro) und einer staatlichen Schlüsselzuweisung von 369 000 Euro (342 000 Euro) rechnen. Die größten Ausgabeposten sind mit 290 000 Euro die Kreisumlage (273 000 Euro) und mit 118 700 Euro die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach (110 000 Euro).

Die Defizithaftung für die Kindertagesstätte kostet die Gemeinde 172 000 Euro. Gleichzeitig rechnet sie mit einer staatlichen Betriebskostenförderung von rund 60 000 Euro. Beim Schulverband ist Schlammersdorf mit 92 000 Euro dabei. Den Ausgaben für den Bauhof von circa 77 000 Euro stehen Zuschüsse aus Kfz-Steuermitteln von 23 000 Euro gegenüber.

Für die Abwasserbeseitigung rechnet die Gemeinde mit Kosten von 194 000 Euro und Kämmerer Michael Eisner dabei mit einem Defizit von 78 000 Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erstellung des Kanalkatasters zurückzuführen, für das im Haushaltsjahr 2016 59 000 Euro zu zahlen sind. Eisner kündigte deshalb für den Herbst eine Neukalkulation der Abwassergebühren an.

Die Personalkosten sind mit 167 000 Euro veranschlagt. Eine Tariferhöhung von drei Prozent ist einkalkuliert. (do)

"Ich bin mit euch sehr zufrieden", sagt Kämmerer Michael Eisner. Und Bürgermeister Gerhard Löckler bestätigt: "Wir sind auf einem guten Weg." Auch ein Blick in den Haushalt 2016 der Gemeinde Schlammersdorf zeigt: Das schmucke Dorf blüht. Da strahlen Bürgermeister und Gemeinderäte.

Dies zeigt sich in einem im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent höheren Haushaltsvolumen von insgesamt 2,3 Millionen Euro. Die Grundlagen für Investitionen erwirtschaftet der Verwaltungshaushalt. Mit gut 1,4 Millionen Euro in den Einnahmen und Ausgaben ist er die Basis für ein gutes Jahr.

50 000 Euro beträgt die Zuführung zum Vermögenshaushalt - für größere Investitionen dennoch zu wenig. Deshalb bedienen sich die kommunalen Entscheidungsträger aus der Allgemeinen Rücklage: 170 000 Euro aus dem Sparstrumpf sollen helfen, die geplanten Projekte zu realisieren. Mit 902 000 Euro sind die Investitionen beachtlich und um 261 000 Euro höher als im Vorjahr.

Sechs größere Projekte


Besonders die Breitbandversorgung geht ins Geld: 438 000 Euro sind 2016 für die schnelle Datenautobahn auf dem Lande vorgesehen. Für Ersatzbeschaffungen des Bauhofes kalkulieren Kämmerer und Kommunalpolitiker mit Ausgaben von circa 100 000 Euro. 65 000 Euro soll der Spielplatz im Zuge der Außenplatzgestaltung des Bürgerhauses kosten, 50 000 Euro sind für Grundstückskäufe vorgesehen. Nennenswert sind auch die Aufwendungen für die Sanierung der Gemeindekanzlei (30 000 Euro) und weitere Urnenstelen (15 000 Euro).

Woher diese Summen nehmen? Die Entnahme aus der Rücklage schafft noch keinen ausgeglichenen Haushalt. Der Schlüssel liegt in den sprudelnden Steuerquellen: Bund und Land schreiben schwarze Zahlen. Auch in Schlammersdorf wirkt sich dies durch großzügige Zuschüsse aus: 555 000 Euro erwartet die Kommune vom Freistaat. Aus diesem Grund sieht das Haushaltswerk keine Kreditaufnahme vor.

Die Schulden sind ebenfalls überschaubar. Mit sogenannten ordentlichen Tilgungen will die Gemeinde den Schuldenstand von 125 650 Euro zum Jahresbeginn bis zum Jahresende auf nur noch 100 000 Euro senken. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 172 Euro - im Vorjahr waren es noch 200 Euro. Dieses grundsolide Haushaltsgebaren offenbart sich auch bei einem Blick auf die Rücklagen. Trotz der geplanten Entnahme von 170 000 Euro zur Deckung der Haushaltslücke rechnen Bürgermeister, Kämmerer und Gemeinderäte zum Jahresende mit 478 679 Euro auf der hohen Kante.

Alle stimmen zu


Nach Abzug der Schulden von 100 000 Euro steht Schlammersdorf blendend da. Die Verabschiedung des Haushalts war deshalb reine Formsache. Einstimmig billigte das Gremium Haushalts- und Stellenplan, Satzung, Finanzplanung und Investitionsprogramm.

Bereits zu Beginn der Sitzung herrschte Harmonie. Johann Wiesnet, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, gab auch im Namen seiner Kollegen Johannes Püttner sowie Eduard und Gerhard Wiesnet das Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung für das Jahr 2014 bekannt und empfahl die Entlastung. Diese erfolgte einstimmig.
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