Mathilde Müllner fordert Obst- und Gartenbauvereine zum Eintreten für ökologische Lebensräume ...
Gartenarbeit als Naturschutz

Ob Naherholung, Gesundheit, Heimat oder Kreativität: Eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten, um die "Erlebniswelt Garten" in allen ihren Aspekten zu entdecken, gab Mathilde Müllner vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald den Führungskräften der Obst- und Gartenbauvereine an die Hand. Großen Wert legte die Diplom-Biologin dabei auf den Naturschutz. Bild: do
Vermischtes
Schlammersdorf
16.02.2016
29
0

Die Menschen brauchen die kleinen und großen Wunder der Natur, denn sie bereichern den Alltag. Darin waren sich beim Seminar (wir berichteten) die Führungskräfte der Obst- und Gartenbauvereine aus der Region und Mathilde Müllner vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald einig. Die Freude am eigenen Garten erkennen und bewahren und diesen im Einklang mit der Natur pflegen: Das waren die großen Anliegen der Diplom-Biologin bei der Tagung der Hobbygärtner im Brauerei-Gasthof Püttner.

In ihren vielbeachteten Vorschlägen empfahl die Naturschutz-Expertin eine Bandbreite von Möglichkeiten, um die "Erlebniswelt Garten" in den Facetten Naherholung, Gesundheit, Heimat, Kreativität und Ökologie für sich zu entdecken. In ihrem Vortrag zeigte Mathilde Müllner die vielfältigen positiven Wirkungen der gärtnerischen Betätigung auf und orientierte sich dabei am Leitgedanken des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege: "Gartenbauvereine helfen Mensch und Natur". Sie ergänzte diesen Anspruch mit der Notwendigkeit, die Gartenarbeit unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes zu sehen.

Leidenschaftlich plädierte die Diplom-Biologin für den Erhalt der charakteristischen Pflanzenwelt im Haus- und Landschaftsgarten. Mit Blick auf die offene Kulturlandschaft nahm sie auch die Allgemeinheit und die Kommunen in die Pflicht. Besonders in ausgeräumten Agrarlandschaften komme den Gemeinden eine große Bedeutung für den Schutz von Arten und ihrer Lebensräume zu.

Deren Vielfalt fasziniere nicht nur einen Naturgärtner, sondern mache auch - oft unbewusst empfunden - den Reiz, die Behaglichkeit und die Lebensfreundlichkeit des persönlichen Umfeldes aus. Es gelte deshalb, den vom Menschen geformten Lebensraum mit den Ansprüchen von Tierschutz, Flora und Fauna zu verbinden. Diese Aufgabe sah die Naturpark-Vertreterin bei den Mitgliedern der Obst- und Gartenbauvereine in besten Händen.

Darüber hinaus regte sie an, einen Blick über den eigenen Gartenzaun zu werfen und für ökologische Lebensräume insgesamt einzutreten. Als Beispiele nannte Müllner, Streuobstbestände anzulegen und in Kooperation mit Kommunen zu pflegen, offene Landschaftsstrukturen zu unterstützen und die Bemühungen um großflächige Blühräume zu fördern.

Um Kleinstrukturen, etwa in alten Steinmauern und Baumriesen, zu erhalten, regte sie Patenschaften an. Am Beispiel der "Grafenwöhrer Strandschönheiten" empfahl sie den Gartenbauvereinen, ebenso für Natur mitten in den Dörfern und Städten einzutreten: Das öffentliche Grün bereichere die Lebensqualität einer Kommune. Die Referentin sprach auch das Mähen an - "Viele Tierarten leiden an unserem Verständnis für Sauberkeit" - und bedauerte den öffentlichen "Mulch-Wahn": Ein Umdenken hier komme einem Blütenmeer und einer größeren Tierwelt zugute.

"Die Hobbygärtner bringen Dynamik in unsere Natur- und Kulturlandschaft", lobte Mathilde Müllner abschließend. Sie appellierte an die Gartenfreunde, ihre guten Taten der Öffentlichkeit mitzuteilen, ihr Wissen an die junge Generation weiterzugeben und ihre Freude am eigenen Garten als Erholung für Körper, Geist und Seele zu betrachten. Dann bleibe die Oberpfälzer Heimat das, was sie heute sei: "ein Jungbrunnen für Mensch und Natur".
Die Hobbygärtner bringen Dynamik in unsere Natur- und Kulturlandschaft.Mathilde Müllner
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.