Neues Bockbier heißt wie kürzlich abgestürzter US-Kampfjet
Bierwerbung mit Beigeschmack

Umstrittener Werbegag der Brauerei Püttner. Bild: hfz
Vermischtes
Schlammersdorf
21.12.2015
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Amberg/Weiden. Ist es ein witziger Werbegag oder eine unangebrachte Art und Weise, auf sein Produkt aufmerksam zu machen? Die Brauerei Püttner aus Schlammersdorf (Kreis Neustadt/WN) hat ein neues Bier mit dem Namen "F-16" und dem Zusatz "Absturz garantiert" auf den Markt gebracht. In der Nähe war im August ein US-Kampfjet vom Typ F-16 abgestürzt.

Frage der Interpretation


Braumeister Johannes Püttner gibt sich am Telefon betont unschuldig. "Es bleibt jedem selbst überlassen, den Namen zu interpretieren", sagt er. Das 16 könne schließlich auch dafür stehen, dass das Bier erst ab 16 Jahren getrunken werden darf - oder dass die Stammwürze bei 16 Prozent liegt. Es handelt sich um ein helles Bockbier mit 6,8 Prozent Alkohol. "Mit viel Hopfen, angenehm süffig." Auf dem Etikett schleckt ein Ziegenbock genüsslich an einer Bierkrone.

Seit zwei Wochen ist das Bockbier mit Absturzgefahr auf dem Markt. Der Verkauf sei sehr gut angelaufen, erzählt Püttner. Er führt das weniger auf den Namen als auf den guten Geschmack des Gebräus zurück. "Wir sind sehr stolz darauf." Die Idee zu dem Namen sei übrigens nicht von ihm selbst, sondern von einem Kunden gekommen. Die Brauerei hatte auf ihrer Facebook-Seite dazu aufgefordert, Namensvorschläge für den neuen Bock zu machen. "F-16. Absturz garantiert" machte das Rennen.

Ob es nicht grenzwertig ist, ein Bier mit einer Anspielung auf einen Flugzeugabsturz zu bewerben? Johannes Püttner ist solche Kritik noch nicht zu Ohren gekommen, sagt er - und verweist noch einmal darauf, dass eine Verbindung zu dem Unfall Interpretationssache sei.

Glimpflicher Verlauf


Das Unglück, das sich im August im Grenzgebiet zwischen der Oberpfalz und Oberfranken zugetragen hatte, war den Umständen entsprechend glimpflich ausgegangen. Der Pilot konnte sich mit einem Fallschirm retten. Der Kampfjet, der sich auf einem Übungsflug zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr befand, stürzte über einem Wald ab und nicht über einer Wohnsiedlung. Dennoch hat der Vorfall Folgen: Der Waldboden wurde verunreinigt. Dutzende Grundstücksbesitzer und Rettungskräfte haben eine Entschädigung beantragt. Zur genauen Unglücksursache gibt es weiter keine Details.
1 Kommentar
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Georg Miedel aus Neustadt am Kulm | 24.12.2015 | 00:38  
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