Polizei findet vermissten Senior nach vier Tagen unverletzt
"„Ein kleines Wunder“"

In einem Tragetuch brachten die Helfer den Vermissten durch das ungwegsame Gelände zurück in die Zivilisation.
Vermischtes
Schlammersdorf
29.07.2016
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Er ist zurück: wohlbehalten, unverletzt. Vier Tage nach Ewald Fs. Verschwinden ist die Eschenbacher Polizei beinahe überrascht, welch glückliches Ende der Vermisstenfall nahm.

Die Suche nach dem 79-jährigen Ewald F. fand am Freitagmittag ein glückliches Ende. Der stellvertretende Leiter der Eschenbacher Polizeiinspektion, Werner Stopfer, spricht sogar von einem "kleinen Wunder": Ein Hubschrauber entdeckte den dementen Mann auf einer Lichtung zwischen Kirchenthumbachs Ortsteil Penzenreuth und der Holzmühle. Der Fundort dürfte auf Schlammersdorfer Gebiet liegen. Dem Mann gehe es "Alter und Umständen entsprechend hervorragend", sagt Stopfer. Das Rote Kreuz brachte ihn dennoch zur Beobachtung ins Krankenhaus Pegnitz.

Der Mittelfranke war am Dienstagnachmittag verschwunden. Nahe Neuhaus an der Pegnitz saß er auf dem Beifahrersitz im Auto seines Sohnes. Als der draußen mit Waldarbeit beschäftigt war, setzte sich der Vater ans Steuer des Opel Kleintransporters und fuhr davon. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag suchte die Polizei zwischen Neustadt und Kirchenthumbach nach dem Mann, weil an einem Funkmast am Rauhen Kulm Signale vom Handy des Sohns festgestellt wurden. Der Mann hatte sein Telefon im Auto gelassen.

Am Freitagvormittag gab eine Anruferin den entscheidenden Hinweis auf das Waldstück bei Penzenreuth. Der Hubschrauber entdeckte tatsächlich den Combo und lotste die Einsatzkräfte zu der Stelle. Die fanden das Fahrzeug allerdings ohne den Senioren. Lediglich sein Schäfer-Mischling saß brav neben der offenen Autotür.

Die Feuerwehr Kirchenthumbach unterstützte die Polizei mit 15 Mann bei der Suche, wieder gelang aber dem Hubschrauber die entscheidende Entdeckung. Luftlinie 800 Meter vom Auto entfernt saß der Mann auf einer Lichtung. Als die Helfer ihn erreichten, waren sie überrascht vom guten Zustand, beschreibt Stopfer. Offensichtlich habe der 79-Jährige seinen Durst gestillt, indem er Tau trank. "Als wir ihn fanden, hatte er Grashalme im Mund", sagt Stopfer. Wie lange der Mann durch den Wald geirrt war, lasse sich nicht nachvollziehen. Er sei zwar ansprechbar und habe auch geantwortet. Wegen seiner Erkrankung seien die Aussagen aber nicht verwertbar.

So oder so: Für den Beamten steht im Vordergrund, dass der Mann unverletzt gefunden wurde. "Ein kleines Wunder", sagt Stopfer und verweist auf die vielen Kilometer, die der schwer verwirrte Mann unfallfrei im Auto unterwegs war, in einer Gegend, in der er sich nicht auskennt, in der er vermutlich zuvor niemals war.
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