Schlammersdorf will Geld für Sanierung
Förderung für Dorf

Reicht ein Bolzplatz oder soll ein aufwendiges Fußball-Kleinfeld gebaut werden? Darüber wurde in der Gemeinderatssitzung intensiv diskutiert. Entstehen soll das Übungsgelände neben dem Spielplatz in Höhe der Gemeindekanzlei und des Bürgerhauses. Bild: do
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Schlammersdorf
06.08.2016
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Die Schlammersdorfer wollen sich weiter für ihre Dorferneuerung ins Zeug legen. In der nichtöffentlichen Sitzung vergab der Gemeinderat weitere Baumaßnahmen. Und damit nicht genug: Bürgermeister und Räte diskutierten auch über die nächsten Ideen.

Schlammersrf. (do) Favorisiert wird das Modell der "einfachen" Dorferneuerung. Sie ist rascher umsetzbar und soll den Dorfkern für die Bewohner attraktiver gestalten. Ohnehin kann sich der Ort rühmen, in der Dorfentwicklung gut aufgestellt zu sein. Pfarrei, Kirche, Wirtshaus, Hotel und Brauerei, Metzgerei, Bäckerei und Bankfiliale: blüht. Mit der einfachen Dorferneuerung kann die Gemeinde sowohl im kommunalen als auch im privaten Bereich auf staatliche Fördermittel zurückgreifen. Als nächstes streben Bürgermeister und Gemeinderat die Sanierung des gemeindeeigenen Wohnhauses in der Schulstraße und eine neue Dacheindeckung des Bürgerhauses einschließlich Dämmung der obersten Geschossdecke an.

Die Planungen sind weit gediehen. In der Gemeinderatssitzung stand schon die Vergabe einzelner Gewerke an, über die im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu entscheiden war. Optimistisch zeigte sich Bürgermeister Gerhard Löckler über die Fördermöglichkeiten. Für die Sanierung des Wohnhauses in privater Nutzung rechnet er mit einem Zuschuss von 20 Prozent. Von der Förderung ausgenommen seien die Flächen der Gemeindekanzlei, bedauerte er. Bessere Chancen sieht er bei der Sanierung am Bürgerhaus. "Da haben sich die Förderrichtlinien geändert", bemerkte Löckler nach Rücksprache mit dem Amt für Ländliche Entwicklung.

Einfacher Bolzplatz oder teures Fußballkleinfeld, vielleicht mit Kunstrasen? Auch diese Frage beschäftigte den Gemeinderat. Vor weiteren Überlegungen zum Bau eines deutlich aufwendigeren "Soccer-Feldes" seien zunächst Baupläne und Lärmschutzgutachten fällig, gab Löckler bekannt. Die Kosten des Gutachtens schätzte er "auf einige Tausend Euro". Als weitere Schritte nannte der Bürgermeister eine Planungsvergabe an einen Architekten, eine Kostenschätzung und eine Förderzusage durch das Amt für Ländliche Entwicklung. Die Baukosten einschließlich Planung bezifferte Löckler auf circa 60 000 bis 70 000 Euro. Ein dicker Brocken, an dem der Gemeinderat kräftig schluckte. Zweite Bürgermeisterin Tanja Renner nannte die Auskünfte des Bürgermeisters noch zu nebulös.

Auch Gerd Wiesnet sprach sich dafür aus, erst die Förderbedingungen in Erfahrung zu bringen. Überhaupt wundere ihn die neue Planung anstelle des angedachten Bolzplatzes auf dem Spielgelände der Gemeinde. Wiesnet überraschte auch die Forderung nach einem Lärmschutzgutachten für einen Kinderspielplatz: "Das ist ja der Oberwahnsinn."Löckler klärte auf: "Aktuell wird eine Soccer-Arena gefordert und ein solches Spielfeld ist kein Kinderspielplatz." Hans Wiesnet beendete die Debatte mit dem für das gesamte Gremium akzeptablen Vorschlag, alle Bedingungen und Voraussetzungen für ein offizielles Fußball-Kleinfeld abzuklären und besonders die Möglichkeiten einer Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm zu prüfen.

KorrekturIn dem Bericht "Schlammersdorf backt mehr Brötchen" vom 5. August fehlt zwar nur ein Wort, aber eines, das wichtig ist. Bürgermeister Gerhard Löckler bedauerte nicht, dass die Bäckerei nicht andere Flächen nutzt, sondern, dass die Bäckerei nicht andere Flächen nutzen kann, weil keine geeigneten zur Verfügung stehen.
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