Startschuss für Paintball in Trisching
Kein Klacks bis zum Klecks

Die Hindernisse stehen, es fehlt nur noch die Einzäunung des Spielfeldes: Am Samstag eröffnet Marco Böhmer bei Trisching die erste Paintball-Anlage im Landkreis. Bild: Hartl
Freizeit
Schmidgaden
12.05.2016
3100
0

Am Samstag fällt im wahrsten Sinne des Wortes der Startschuss: Bei Trisching eröffnet die erste Paintball-Anlage im Landkreis. Für Betreiber Marco Böhmer markiert dieser Tag auch das Ende einer langen Suche.

Schmidgaden-Trisching. Das Telefon klingelt pausenlos, ein Arbeitstag hat locker 14 bis 16 Stunden: Marco Böhmer und die Arbeiter auf dem Areal hinter dem Sportplatz des SV Trisching-Rottendorf schuften fast ununterbrochen für das große Ziel am Samstag. Die Vorbereitungen sind alles andere als ein Klacks, doch Böhmer ist optimistisch: "Die meiste Arbeit ist getan". Auf dem Gelände der neuen Paintball-Anlage mit zwei 40 mal 50 Meter großen Spielfeldern kommen aber nicht nur die Freunde dieses Sports auf ihre Kosten und markieren sich gegenseitig mit Farbklecksen: "Bubble-Soccer" und "Arrowtag" sind ebenso im Angebot wie die Möglichkeit zum "Virtual reality gaming". Das bedeutet frei übersetzt, sich mit Hilfe einer Brille in einer virtuellen Welt zu bewegen.

In Containern auf der Anlage sind ein kleiner Shop, die Ausgabe der Leihausrüstung, Umkleiden, Duschen sowie Toiletten zu finden. Snacks und Getränke gibt es dort natürlich ebenso wie die Möglichkeit für Zuschauer, das Geschehen auf den Feldern von den Tribünen oder einer Dachterrasse auf einem Container zu verfolgen. Böhmer rechnet damit, dass der allergrößte Teil der Arbeiten bis zum Samstag abgeschlossen ist. Anfang Juni soll die Anlage - es ist nach den Standorten in Tespe und Gera Böhmers Dritte - dann endgültig fertig sein.

Eventuellen Vorurteilen gegen Paintball tritt der Anlagenbetreiber mit Argumenten entgegen. Natürlich, räumt er ein, würden die Farbkugeln mit einem Gerät geschossen, das aussieht wie eine Waffe. "Aber ist nicht jedes Spiel irgendwo aus der Kriegerei heraus entstanden?", fragt er sich. So sei es zum Beispiel bei Olympia ursprünglich darum gegangen, den besten aller Krieger zu ermitteln. Die meisten Sportarten hätten simulierte Kampfhandlungen als Grundlage, unterstreicht Böhmer. "Bei uns geht es sportlich fairer zu als bei vielen Breitensportarten", schildert er. Es gebe bei diesem Sport keine schweren Verletzungen oder körperliche Ausschreitungen.

Ursprünglich hatte Böhmer geplant, in seiner Heimatstadt Pfreimd eine Paintball-Anlage zu eröffnen. Nach anfänglicher positiver Resonanz des Stadtrates ging es an die Planungen, ehe das Gremium dann plötzlich doch noch einen Rückzieher machte und die Genehmigung für das Vorhaben versagte. Böhmer ging daraufhin wieder auf die Suche - und wurde schließlich in Trisching fündig.

Eröffnung am SamstagDie erste Paintball-Anlage im Landkreis Schwandorf wird am Samstag, 14. Mai, eröffnet. Wie Betreiber Marco Böhmer darlegte, wird es zwischen 8.30 und etwa 16.30 Uhr Paintball-Vorführungen auf den Spielfeldern geben, damit sich die Besucher ein Bild von dieser Sportart machen können. Ein kurzer offizieller Eröffnungsakt mit geladenen Gästen findet um 13 Uhr statt. "Die Bevölkerung ist aber jederzeit willkommen", unterstrich Anlagenbetreiber Böhmer.


Bei uns geht es sportlich fairer zu als bei vielen Breitensportarten.Marco Böhmer

Mit der Fahne ins "Tor"


Einfach gesagt geht es beim Paintball laut Marco Böhmer darum, den gegnerischen Startpunkt auf der anderen Seite des Spielfeldes zu erreichen ohne markiert zu werden - und damit aus dem Spielgeschehen auszuscheiden. Wichtigster Teil der Ausrüstung ist neben den sogenannten "Markierern" eine Maske, die Augen, Ohren und Mund schützt. Im Turnierpaintball wird außerdem noch spezielle Schutzkleidung benötigt.

Spielstart ist jeweils am eigenen "Tor". Dann versuchen die Mannschaften, eine Fahne, die in der Mitte des Spielfeldes platziert ist, zu erreichen und sie im Anschluss in das gegnerische "Tor" zu bringen. Ist das geschafft, gibt es einen Punkt. Nach einer Ruhepause folgt die nächste Begegnung. Ein Spiel ist beendet, wenn eine Mannschaft - je nach Klasse - einen Vorsprung von zwei bis vier Punkten hat oder die Spielzeit - zwischen fünf und elf Minuten - abgelaufen ist. Der Gewinn einer Partie wird wie beim Fußball mit drei Punkten belohnt. Einen Punkt gibt es für ein Unentschieden, der Verlierer geht leer aus.

In Deutschland gibt es momentan zwei Ligen: die Deutsche Paintball Liga und die "XSeries Paintball", ein Ableger der weltgrößten Paintball-Liga. Beide Ligen sind unter dem weltweiten Dachverband, der "World Paintball Organisation" untergebracht. In Trisching wird die "XSeries" ausgetragen. Sie teilt sich auf in fünf Spielklassen: "X3 Newcomer", " X3 Novice", "X5 Amateur", "X5 Challenger" und "X5 Professional". Termine sind am 28. Mai, 25. Juni und 30. Juli in der "X3 Novice", am 29. Mai, 26. Juni, 31. Juli und 28. August in der "X5 Amateur" sowie am 5. Juni, 3. Juli, 7. August und 4. September in der "X5 Challenge". Das deutschlandweite Finale findet zwischen 1. und 9 Oktober in Gera statt.

In der Klasse "X5 Amateur" gehen auch die Landkreis-Lokalmatadoren, die 33 Mitglieder der "Psychotix Pfreimd", an den Start und kämpfen um den Sieg. Böhmer selber beschäftigt sich seit 16 Jahren mit dem Paintball-Sport, betreibt drei Anlagen und in Nabburg ein Geschäft. Aktiv ist er aber nicht mehr, den Markierer hat er zwischenzeitlich an den Nagel gehängt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Paintball (7)Marco Böhmer (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.