Konzertierte Aktion der Jäger bei Schmidgaden
Wildschwein-Jagd im Maisfeld

Jagdpächter Richard Götz und Hundemeute-Führer Herbert Fiebak waren zufrieden mit der erlegten Strecke von acht Wildschweinen beim abschließenden "Halali" nach der Drückjagd. Bilder: Götz
Kultur
Schmidgaden
26.09.2014
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Jäger sorgen dafür, dass die stetig steigende Zahl an Wildschweinen reguliert wird. Dafür stehen die Waidmänner sprichwörtlich Gewehr bei Fuß. Werden die Tiere zum Beispiel in einem Maisfeld gesichtet, muss es schnell gehen. Die Zeit drängt.

Ein wesentliches Element ist die Drückjagd. Wenn ein Jagdpächter feststellt, dass sich eine Horde Schweine in einem Maisfeld befindet, verständigt er seine Jagdgenossen - wie vor wenigen Tagen in Littenhof (Gemeinde Schmidgaden). Jeder, der es sich einrichten kann, eilt herbei. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Wildschweine zwischenzeitlich wieder aus dem Staub gemacht haben. Es gehört viel Leidenschaft und Idealismus dazu, diese Zeit und Kosten zu investieren.

Jagdpächter Richard Götz freut sich, rund 60 Jäger aus der gesamten Oberpfalz - von Regensburg bis Tirschenreuth, von Amberg bis Schönsee - begrüßen zu können, inklusive der Hundemeute, die von Herbert Fiebak geführt wird. In Littenhof tummelt sich an diesem Tag bereits zum dritten Mal in dieser Region eine nicht bekannte Anzahl von Schweinen in einem rund drei Hektar großen Maisfeld. Jetzt gilt es, zügig zu handeln.

Höchste Konzentration

Der 24 Jahre alte Thomas Setzer ist als "Ansteller" für die Platzierung der Waidmänner rund um das Maisfeld verantwortlich, Mit jedem bespricht er seinen Schussbereich. "Ein Fehler darf nicht passieren, der könnte tödlich sein", ist sich der junge Waidmann seiner wichtigen Aufgabe bewusst. Dann kommt das "Hup", die Jagd beginnt. Die Hundemeute dringt mit Treibern in das Feld ein. Jetzt ist höchste Konzentration gefordert: Keiner weiß, wann und wo eine Sau aus dem Feld brechen wird. Dann gibt es nur wenige Sekunden Zeit, um einen gezielten Schuss abzugeben.

Jäger sorgen dafür, dass die stetig steigende Zahl an Wildschweinen reguliert wird. Dafür stehen die Waidmänner sprichwörtlich Gewehr bei Fuß. Werden Wildschweine zum Beispiel in einem Maisfeld gesichtet, muss es schnell gehen. Die Zeit drängt. Bilder von Gerhard Götz

"Die Tiere sollen möglichst nicht leiden"

Thomas Setzer zieht die Augenbrauen hoch. Er hört Geräusche aus dem Feld, greift seine geladene Waffe fester - und winkt schließlich ab: "ein Hund". Hochkonzentriert lauern die Jäger am Feldrand. Sie schießen nur vom Feld weg, niemals hinein, denn dort befinden sich Hunde und Treiber, aber auch die Schweine. Plötzlich bricht keine zwei Meter neben Setzer ein stattlicher Schwarzkittel aus den Stauden und rast in wildem Galopp über ein freies Feld Richtung Waldrand. Es knallt, zweimal, dreimal - und die Sau bleibt liegen. "Die Tiere sollen möglichst nicht leiden", zeigt der junge Jäger auch seine Gefühle und Verantwortung. Rund um den Mais sind weitere Schüsse zu hören, dazwischen Rufe und wildes Gebell der Hundemeute. Zu ihrem Schutz sind die Vierbeiner teilweise von einer Decke umhüllt, damit sie nicht von Schweinen verletzt werden können. Zwei Stunden später ertönt wieder das "Hup"-Signal, die Jagd ist beendet.

Acht Tiere wurden erlegt

Alle Beteiligten versammeln sich auf einer Wiese, der Jagdpächter sagt Dank vor der "aufgelegten Strecke". Acht Tiere wurden erlegt, zwei Überläufer und sechs Frischlinge. Alle sind mit dem Erfolg zufrieden, obwohl das eine oder andere Tier entkommen konnte. Eine Bläsergruppe stößt zum Abschluss ins Horn und beendet damit die Jagd. Seit rund einem Monat sind die Jäger fast täglich an einem anderen Ort unterwegs, um mit einer Drückjagd den Schwarzwildbestand zu begrenzen. Ihren Angaben zufolge, ist das wesentlich effektiver, als auf einem Hochsitz oft Hunderte von Stunden zu warten. "Sie ist schlau, die Sau", meint ein Waidmann.
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