70 Cent pro Einwohner für Kriegsgräber - 835 Soldatenfriedhöfe im Ausland - Verein ernennt drei ...
Rottendorf übertrifft Oberpfalzschnitt um Längen

Lokales
Schmidgaden
17.01.2015
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Rechenschaftsberichte, die Ehrung zahlreicher Mitglieder und die Neuwahlen des Vorstands standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Rottendorf im Gasthaus Birner in Inzendorf. Aufhorchen lässt das Sammelergebnis für die Kriegsgräberpflege.

Höhepunkte unter den zahlreichen Veranstaltungen waren nach den Angaben von Vorsitzenden Andreas Altmann der dreitägige Vereinsausflug nach Berlin mit dem Besuch der Gedächtnisstätte des in Rottendorf geborenen Priesters Josef Losch. Dieser wurde 1945 von den Nazis wegen seines furchtlosen Eintretens für den Glauben hingerichtet. Aus der Fülle der Aktivitäten erinnerte Altmann weiter an das Maibaum aufstellen, die Silvesterwanderung, die Teilnahme an den kirchlichen Festen der Pfarrei sowie an sportlichen Wettkämpfen wie dem Gemeindepokalschießen oder dem Kegelturnier des BSB.

Die SRK zählt 110 Mitglieder, darunter 71 Reservisten, sechs Ehrenmitglieder, vier Böllerschützen und noch drei ehemalige Kriegsteilnehmer. Als sehr erfolgreich bezeichnete Altmann die Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit 714 Euro. Einen besonderen Dank sagte er Irmgard Flierl für die mustergültige Pflege des Kriegerdenkmals.

Kassenverwalter Emmeram Pösl erstattete anschließend einen detaillierten Kassenbericht; die beiden Kassenprüfer Ludwig Eckl und Konrad Ries bescheinigten eine korrekte Kassenführung. Zweiter Kreisvorsitzender Stefan Bauer dankte der SRK für die vielen Aktivitäten. Breiten Raum nahmen die Ausführungen von Kaspar Becher, Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ein. Die SRK gehöre zu den tragenden Säulen des Volksbundes.

Mit 70 Cent je Einwohner erreichten die Rottendorfer Sammler einen überragenden Schnitt. Zum Vergleich: Mit einem Sammelergebnis von 29 Cent pro Einwohner liegt die Oberpfalz bundesweit an der Spitze. Obwohl Deutschland mit über zehn Millionen Toten in den beiden Weltkriegen nach Russland die höchste Todesquote habe, gebe es keine staatliche Kriegsgräberfürsorge. Deutschland sei damit das einzige Land. Dabei sei es höchste Verpflichtung eines Volkes, die Erinnerung an die Gefallenen wachzuhalten. Die Gelder gehen ohne Abzug in die Pflege der 835 Soldatenfriedhöfe außerhalb Deutschlands. Dafür verbürgt sich Becher. Die Kosten hierfür belaufen sich pro Jahr auf 29 Millionen Euro. Dazu komme noch die Pflege von 400 Soldatenfriedhöfen innerhalb Deutschlands. Kaspar Becher lud alle Mitglieder der SRK ein, an Fahrten des Volksbundes teilzunehmen.
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