Den Bürger ins Boot holen

Erläuterte die Verfahrensschritte: Ina-Isabella Haffke.
Lokales
Schmidgaden
11.11.2014
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Die Erneuerung des Ostbayernrings bewegt die Bürger. Bei der Infoveranstaltung des Betreibers Tennet wurde deutlich, dass der Neubau unumgänglich ist. Der Gemeinde ist wichtig, dass die alte Stromleitung danach garantiert abgebaut wird.

Das Thema "Stromleitungen" erhitzt die Gemüter der Bürger. Seit über vier Jahrzehnten durchzieht das Gemeindegebiet der sogenannte Ostbayernring. Der Betreiber Tennet möchte nun diese Leitung erneuern. Bei der Info-Veranstaltung im Gasthaus Pröls bedankte sich Bürgermeister Josef Deichl bei Öffentlichkeitsreferentin Ina-Isabella Haffke, Projektleiter Reinhold Leuchtenberger und Gesamtprojektleiter Andreas Herath für die Bereitschaft, detailliert Rede und Antwort zu stehen. "Wichtig für die Gemeinde ist es, dass nach dem Bau der neuen Leitung die alte vollständig rückgebaut wird", betonte Bürgermeister Josef Deichl.

An der Kapazitätsgrenze

Ina-Isabella Haffke erläuterte, dass der Ostbayernring eine 185 Kilometer lange bereits bestehende Stromtrasse ist, die von Redwitz über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf führt. Aufgrund der zunehmenden Einspeisung regenerativer Energien gerät der Ostbayernring regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen. Um die Versorgungs-, Netz- und Ausfallsicherheit für die gesamte Region sicherstellen zu können, müssen die Transportkapazitäten deutlich erhöht werden. Hierzu ist ein Ersatzneubau in der bestehenden Trasse geplant, um die 380/220-kV-Systeme auf zwei 380-kV-Systeme auszubauen. Nach der Fertigstellung wird die Bestandstrasse rückgebaut.

Für das Projekt "Ostbayernring" laufen noch keine "verfahrenswirksamen Aktivitäten", so Ina-Isabella Haffke. In einem ersten Schritt hat Tennet mit den Regierungen der Oberpfalz und Oberfranken das notwendige Genehmigungsverfahren abgestimmt. Nachdem die beiden Genehmigungsbehörden ein Raumordnungsverfahren festgelegt haben, hat Tennet noch vor Verfahrens- und Planungsbeginn im Juli und September die breite Öffentlichkeit sowie politische Entscheidungsträger über das Vorhaben informiert. Dabei konnte Tennet zahlreiche Anliegen und Planungshinweise aufnehmen, die in die nun anlaufenden Planungen für das Raumordnungsverfahren mit einfließen. "Über unseren Konsultationsbogen kann sich jeder mit planungsrelevanten Hinweisen an das Projektteam wenden", so Ina-Isabella Haffke.

Das Raumordnungsverfahren ist die erste Stufe des öffentlichen Genehmigungsverfahrens. Darin wird geprüft, welcher Trassenkorridor die umweltverträglichste und landesplanerisch sinnvollste Lösung für einen Neubau darstellen würde. Der Scoping-Termin mit Einbindung aller Träger öffentlicher Belange fand im August bei der Regierung der Oberpfalz statt. Tennet wird die Raumordnungsunterlagen Mitte 2015 bei der Genehmigungsbehörde einreichen. In der öffentlichen Auslegung können Bürger Stellungnahmen zum Projekt abgeben. Aus all den Aspekten wird ein Korridor für den groben Trassenverlauf entwickelt.

Erneute Einbindung

Diese Empfehlung ist noch nicht rechtsverbindlich. Sie muss aber im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. Hier werden erneut Kommunen und Bürger eingebunden. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss, der die parzellenscharfe Trassenführung inklusive der genauen Mast-Standorte festlegt. Erst dann kann mit dem Leitungsneubau begonnen werden.

Anschließend nutzten die Besucher die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen.
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