Diskussionen um Discounter

Die eventuelle Ansiedlung eines Discount-Marktes im Industrie- und Gewerbegebiet in Trisching löste im Gemeinderat eine längere Debatte aus. Bild: Götz
Lokales
Schmidgaden
17.10.2015
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Für großen Gesprächsstoff in der Gemeinde sorgt derzeit eine eventuelle Discounter-Ansiedlung in Trisching. Auch bei der Gemeinderatssitzung kam es zu einer längeren Diskussion - obwohl das Thema eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung stand.

Zahlreiche Bürger besuchten die Gemeinderatssitzung am Mittwochabend. Sie kamen vor allem wegen eines Punktes, der in der Gemeinde derzeit in aller Munde ist: eine eventuelle Discounter-Ansiedlung in Trisching.

Bürgermeister Josef Deichl gab unter dem Punkt "Informationen" zunächst eine Stellungnahme zu dieser Thematik ab. "Es stimmt nicht, dass der Bürgermeister das nicht haben will", wehrte er sich gegen Vorwürfe, er sei gegen einen möglichen Discounter. Im Grunde genommen gehe es darum, zu überlegen, was die Gemeinde in ihrem Bereich an Läden haben wolle und wie sie sich generell positioniere. Die Familie Dobler, die in der Hauptstraße seit Generationen ein kleines Geschäft betreibt, sei zu der vergangenen Sitzung eingeladen worden, um ihre Zukunftsplanungen darzulegen. Grundsätzlich sollte damit die Diskussion angeregt werden. "Dazu wollte ich alle einbinden", schilderte Deichl. Dann soll das Gremium einen Grundsatzbeschluss zum Thema "Discounter" fassen.

"Bürger möchte Discounter"

Es gebe zwar drei Anfragen für das Gewerbe- und Industriegebiet in Trisching, doch das bedeute nicht, dass die potenziellen Investoren derzeit akutes Interesse an einer Ansiedlung hätten, betonte das Gemeindeoberhaupt. Er betonte: "Ich habe in keinster Weise gesagt, dass ich gegen einen Discounter bin".

Gemeinderat Christian Pröls meldete sich zu Wort und sprach die drei Anfragen potenzieller Investoren an. In den Gemeinderat werde aber die Familie Dobler eingeladen, die gegen eine Ansiedlung sei, sagte er. "Der Bürger möchte aber schon einen Discounter", betonte er in seinen mehrmals mit Applaus der Besucher bedachten Ausführungen. Sonst müsse die Gemeinde einen Grundsatzbeschluss fassen, dass sie keine konkurrierenden Betriebe haben will.

"Jede Gemeinde wäre froh, wenn sie einen Discounter hätte", unterstrich der Sprecher. Er war sich sicher, dass der Markt der Familie Dobler in diesem Fall seine Kundschaft behalte. Bei der Paintball-Anlage sei alles getan worden, um eine Ansiedlung möglich zu machen, sagte Pröls und forderte von Bürgermeister Deichl, sich auch beim Discounter-Thema dafür einzusetzen, dass die potenziellen Investoren in die Gemeinde kommen.

Nicht kurz vor Kaufvertrag

"Da sind Missverständnisse entstanden, wir stehen nicht kurz vor einem Kaufvertrag", antwortete Deichl, dass es sich lediglich um Anfragen gehandelt hätte. Sobald daraus konkrete Vorhaben werden, werde er sich natürlich dafür einsetzen. Florian Burth stellte daraufhin den Antrag, in der nächsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss zu dieser Thematik zu fällen - und dann seitens der Gemeinde aktiv zu werden.

Es müsse klar sein, dass ein Discounter anderen Geschäften in der Gemeinde schädige, sagte Theresia Dobler. Nachdem nicht sicher gewesen sei, wie lange die Familie Dobler ihr Geschäft noch führe, sei die Einladung in den Gemeinderat schon sehr interessant gewesen. Das sah auch Thomas Wilhelm so: Es sei um die Zukunftspläne dieses Betriebs gegangen und nicht appelliert worden, keinen Discounter zuzulassen.
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