Drei Wochen allein unterwegs

Die neuen Mitglieder Renate Menzy, Christa Lang, Lydia Manner und Nadine Plößl wurden bei einem Gottesdienst mit Pfarrer Gerhard Wagner aufgenommen. Bild: di
Lokales
Schmidgaden
31.01.2015
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Anette Grüner-Vogel hat alle Höhen und Tiefen einer großen Pilgerreise erlebt. Wie Hape Kerkeling vor ihr war sie "mal weg". Den Damen vom Frauenbund berichtete sie nun davon.

Im Gottesdienst vor der Jahreshauptversammlung des Frauenbunds wurden fünf neue Mitglieder feierlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Als Zeichen ihrer Verbundenheit erhielten sie von der Vorsitzenden und dem Geistlichen Beirat das Frauenbundtuch und das Bundesgebet des KDFB überreicht. Danach wurden im Pfarrheim bei der Jahreshauptversammlung die neuen Mitglieder besonders begrüßt. Die Vorsitzende Barbara Dirrigl wünschte ihnen, dass die Freude an der Gemeinschaft im Frauenbund wächst und gedeiht, so dass man gemeinsam den Zweigverein immer wieder zum Blühen bringt.

Nach den obligatorischen Berichten der Schriftführerin und Kassiererin gab die Leiterin der Eltern-Kind-Gruppe Nadine Plösl, die die Außenstelle in Rottendorf seit einigen Jahren übernommen hat, einen kurzen Überblick über ihre Arbeit. Sie berichtete, dass es zur Zeit drei Gruppen in der Gemeinde gibt, und zwar in Schmidgaden zwei und in Rottendorf eine, für die jeweils ein Vormittag in der Woche angesetzt ist. Ebenso schilderte sie den Ablauf einer Gruppenstunde mit den Eltern und Kindern und berichtete über eine Vielzahl Feste im Kirchenjahr, die sie ebenfalls gemeinsam mit allen Gruppen begehen.

Anschließend wurde eine kleine Stärkung gereicht, bevor das ehemalige Vorstandsmitglied, Anette Grüner-Vogel mit Bildern über ihre Erfahrung auf dem Jakobsweg informierte, den sie voriges Jahr ganz alleine, über 400 Kilometer weit, gepilgert ist. Sie war, nur mit einem Pilgerführer in der Hand, drei Wochen auf dem bekanntesten Pilgerweg den "Camino de Frances" unterwegs und hat alle Höhen und Tiefen einer so großen Pilgerreise erlebt.

Viele kennen gelernt

Unterwegs sein als Pilger auf dem Jakobsweg ist etwas besonderes. Dabei lernte sie Pilger aller Altersgruppen aus vielen Ländern der Erde kennen, die alle das gleiche Ziel hatten, Santiago de Compostela, und da ergeben sich auch viele gute Gespräche miteinander. Jährlich sollen es hunderttausend Pilger sein, die sich auf die "Reise ins eigene Ich" aufmachen, so die Referentin. Auch die Liebenswürdigkeit der am Wegesrand wohnenen Bevölkerung hob sie immer wieder hervor. So stellten die Bewohner Getränke, Obst und vieles andere an den Weg und jeder Pilger konnte sich gegen eine Spende bedienen.

Es sei kein Weg wie jeder andere, den man entlang geht, um irgendwo anzukommen. Diesen Weg gingen seit dem Mittelalter bereits mehrere Millionen Menschen und das verbindet, ist sie der festen Überzeugung. Auch die Freundlichkeit in den Herbergen war vorbildlich und man hatte einen Service, von dem die Pilger im Mittelalter nur träumen konnten.

Denn damals war das Pilgern eine Reise ohne Wiederkehr, denn Hunger, Krankheit und Überfälle waren an der Tagesordnung. Heute hat man auch für jede Wetterlage die passende Kleidung im Rucksack, die Wege sind gut ausgebaut und markiert, es ist alles viel leichter geworden, nur gehen muss man noch wie im 16. Jahrhundert.

Die Referentin legte täglich 25 bis 40 Kilometer zurück, während denen sie viele herrliche Landschaften und imposante Bauwerke gesehen und viele freundliche Menschen getroffen hat. Mit den Bildern, die sie den Anwesenden während ihres lebendigen Vortrags zeigte, konnte man einen Eindruck von dieser wirklich interessanten Reise erhalten. Der Lohn ist dann das Ankommen in Santiago mit seiner beeindruckenden Kathedrale.

Zum "Ende der Welt"

Da ihre Beine noch nicht ganz erschöpft waren, wanderte sie gleich noch 90 Kilometer weiter nach Finisterre, wozu nur wenige Pilger noch die Kraft haben. Finisterre galt früher als das Ende der Welt, denn da beginnt der Atlantik, das große Meer. Für Anette Grüner-Vogel war es wert, diese Strapaze auf sich zu nehmen.
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