In Papst Franziskus werden viele Hoffnungen gesetzt - Mut, neue Wege zu gehen - Vortrag beim ...
Kirche soll weltoffener und weiblicher sein

Papst Franziskus wünscht sich eine Kirche, die für die Menschen da ist, nicht für sich selbst.
Lokales
Schmidgaden
28.04.2015
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"Wie Papst Franziskus sich die Kirche vorstellt", dieses Thema bewegte viele Interessierte dazu, ins Pfarrheim zu kommen. Die Kommission "Glaube und Kirche" des Frauenbundes hatte zum Vortrag mit Dipl.-Theologin Birgitt Pfaller eingeladen. Auf die Frage am Anfang des Abends, wie sich denn die anwesenden Frauen und Männer selbst die Kirche vorstellten, kam die Antwort schnell: "Weltoffener und weiblicher! Frauen sollten in der Kirche bei Entscheidungen mitreden und das kirchliche Leben ebenso wie Männer prägen können".

Papst Franziskus habe mehrfach betont, dass Frauen viel zu sagen haben und in der Kirche mehr gehört werden sollen, sagte Birgitt Pfaller. Es müsse sich zeigen, ob und wie dieser Wunsch sich erfüllen werde. Die Referentin stellte kurz den Lebenslauf von Papst Franziskus vor, der als Jorge Mario Bergolio in Argentinien aufwuchs. Als Erzbischof wandte er sich den armen Menschen in den Slums von Buenos Aires zu. Aus diesen Erfahrungen sei wohl der einfache Lebensstil des Papstes entstanden. Wichtig sei dem Papst, so die Referentin, eine Sprache zu verwenden, die von allen Menschen verstanden werde. "Wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen will, um sie mit dem Worte Gottes zu erreichen, muss man viel zuhören, das Leben der Leute teilen", betont Papst Franziskus. In seiner Aufgabe, die katholische Kirche zu leiten, verstehe sich der Papst als "Erster unter Gleichen". Er lege viel Wert auf die Gemeinschaft der Bischöfe und wolle die Entscheidungen nach Austausch und Beratung gemeinsam treffen.

Die Verkündigung der "frohen Botschaft", dass Gott jeden Menschen liebt, sei für Papst Franziskus das wichtigste Anliegen der Kirche. Dies sollte in einer positiven Sprache mit Freude getan werden. Die Morallehre der Kirche werde aber in der öffentlichen Meinung zu oft isoliert dargestellt. Dadurch entstehe vor allem bei Außenstehenden der Eindruck, dass es in der Kirche vor allem um moralische Vorschriften gehe. "So wird die Einladung Gottes, ihm zu antworten und seine Liebe weiter zu schenken, verdunkelt", bedauerte Birgitt Pfaller.

Papst Franziskus habe in seiner Amtszeit bereits viel verändert. Er mache Mut, neue Wege zu gehen. Der Papst wünsche sich eine offene Kirche, "die auf die Menschen zugeht, sie einlädt und ernst nimmt. Eine Kirche, die für die Menschen da ist, nicht für sich selbst." Vorsitzende Barbara Dirrigl bedankte sich für diesen "Mut machenden Vortrag" und überreichte Birgitt Pfaller als Aufmerksamkeit ein Blumenpräsent.
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