Info-Markt mit offenen Karten

Lokales
Schmidgaden
27.11.2015
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Einen langen Atem braucht der Netzbetreiber Tennet für seinen geplanten Neubau des Ostbayernrings. Die verbesserte Variante der Stromleitung geht nicht vor 2020 in Betrieb. Bis dahin sind noch verfahrensrechtliche Hürden zu nehmen.

Mit einer Charme- und Informationsoffensive hat das Unternehmen aus Bayreuth zwischen dem 16. und dem 26. November die betroffenen Bürger in die Diskussion um das bevorstehende Raumordnungsverfahren für das Projekt Ostbayernring eingebunden.

Einer der acht Infomärkte, die dazu stattfanden, war am Mittwoch Nachmittag im Saal des Gasthauses "Zum weißen Ross" in Trisching (Gemeinde Schmidgaden), wo sich eine größere Zahl von Tennet-Mitarbeitern eingefunden hatte, um zahlreiche Grundbesitzer, hier vor allem Landwirte, sowie die Bürgermeister der Orte aus dem nördlichen Landkreis mit dem Streckenverlauf der Trasse bekannt zu machen - so wie er sich derzeit darstellt. Präsentiert wurden auch Unterlagen, die rechtlichen Beteiligungsmöglichkeiten der Betroffenen und der weitere Verlauf des Projektes.

In Parkstein Demo

Fünf Stunden hat sich die Stromnetzerklärer-Riege um Ina-Isabelle Haffke dafür Zeit genommen. Sie ist die Referentin "Bürgerkommunikation" bei dem Netzbetreiber und sie freute sich nicht nur, dass der Zuspruch für die Info-Ausstellung in Schmidgaden recht rege war, sondern auch darüber, dass vor dem Lokal nicht demonstriert wurde. Gestern Abend in Parkstein (Landkreis Neustadt/Waldnaab) war das zum Beispiel anders. Da drückten Anlieger und Umweltschützer ihren Unmut über die dortige Streckenführung in einer Demo während des gleichzeitig stattfindenden Infomarktes aus. "Wir begreifen den Dialog nicht nur als eine Pflicht, der es nachzukommen gilt, sondern vielmehr als Chance, gemeinsam zu bestmöglichen Lösungen zu kommen", versicherte Ina-Isabelle Haffke. Tennet möchte allen Betroffenen frühzeitig die Möglichkeit bieten, Fragen und Anregungen zum Projekt zu äußern, um diese im Planungs- und Umsetzungsprozess berücksichtigen zu können, sagte sie.

Verfahren läuft an

In Kürze wird das Raumordnungsverfahren für das Projekt Ostbayernring von der Regierung der Oberpfalz und der Regierung von Oberfranken offiziell eingeleitet. Die Träger öffentlicher Belange sowie die Bürger haben dabei die Möglichkeit, ihre schriftlichen Stellungnahmen zum Verfahren einzureichen. Die Raumordnungsbehörde wird die Fristen bei Eröffnung des Verfahrens bekanntgeben. Danach erfolgt ein Planfeststellungsverfahren. 2018 ist der geplante Baubeginn für den neuen Ostbayernring, 2020 soll er in Betrieb gehen.
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