Jede Krippe ist ein Unikat

Lokales
Schmidgaden
04.12.2015
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Der Frauenbund Rottendorf organisierte zum Beginn der Adventszeit eine Krippenausstellung. Mehr als 20 Hobbykünstler zeigten ihre Werke. Mit viele Liebe zum Detail gestaltet, glich keines dem anderen.

Es war nicht zum ersten Mal, dass der Frauenbund in der Turnhalle der Grundschule eine Krippenausstellung veranstaltete. Alle 20 Aussteller fertigten die Exponate in vielen Stunden in ihrer Freizeit. Mehr als 300 Besucher wollten die Werke sehen.

Krippen haben eine lange Tradition. Als Begründer der sinnfälligen Darstellung des Weihnachtsgeschehens gilt der heilige Franziskus von Assisi, der 1223 in Greccio anstelle einer Predigt mit lebenden Tieren und Menschen das Weihnachtsgeschehen nachstellte. Damit steht womöglich das im 13. Und 14. Jahrhundert in Frauenklöstern übliche Christkindlwiegen in Verbindung. Die 1562 von Jesuiten in Prag aufgestellte Weihnachtsdarstellung gilt heute allgemein als erste Nennung einer Krippe.

In den folgenden Jahren wurde in Kirchen das Aufstellen von Krippen zur Weihnachtszeit fast zur Prestigesache. Nach dem Vorbild der 1607 in München gezeigten Krippe errichtete man etwa 1608 in Innsbruck und 1609 in Hall eine solche. Seit dem Jahr 1615 ist eine Weihnachtskrippe im Benediktinerinnenkloster in Nonnberg in Salzburg belegt.

Im 18. Jahrhundert wurden die Krippen eine Zeit lang verboten, da eine Verweltlichung entstand, der nicht mehr eindeutig das Weihnachtsereignis zugrunde lag. Dieses Verbot wurde aber nach einigen Jahren wieder aufgehoben. Bevor im 19. Jahrhundert der Christbaum allgemeine Verbreitung fand, stand die Krippe im Mittelpunkt der katholischen Weihnachtsfeier. Im evangelischen Deutschland wurde die Weihnachtskrippe besonders durch das Wirken von Gustav Wilhelm Jahn verbreitet, der Krippenfiguren durch die Insassen der Züllchower Anstalten herstellen ließ.

Krippen sind nach wie vor ein fester Bestandteil des kirchlichen und häuslichen Weihnachtsschmuckes und werden in allen erdenklichen künstlerischen Stilen und Materialien gefertigt. Es gibt sie als Stall-, Höhlen-, Tempel-, Landschafts- und Kastenkrippen. Diese Krippe ist in einen Kasten eingebaut. Bretterkrippen haben einen bühnenartigen Aufbau mit Stoffteilen. Weitere Darstellungsformen sind Dreieck-, Rund-, Dreh-, Relief-, Mechanische -, Miniatur- und Großkrippe. Viele dieser Darstellungsformen waren am Sonntag in der Rottendorfer Schau zu sehen.
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