Lotsendienst vom Himmel aus

Lagebesprechung vor der Großübung: "Luftbeobachtung ist wichtig", waren sich der Amberg-Sulzbacher Kreisbrandrat Fredi Weiß (links), Horst Nunhofer von der Bezirksregierung und der Schwandorfer Kreisbrandrat Robert Heinfling einig. Bild: Houschka
Lokales
Schmidgaden
08.03.2015
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Wer diese Aufgabe beherrschen will, muss im Training bleiben. Nach dem Winter haben die Luftbeobachter ihre wichtige Tätigkeit wieder aufgenommen und die Saison mit einer Großübung auf dem Landeplatz Schmidgaden begonnen.

Sie hatten diesen Tag lange vorbereitet. Über Dieter Naber (Amberg) von der Luftrettungsstaffel Bayern liefen die Kontakte zu den aus der ganzen Oberpfalz anreisenden Piloten. Brandinspektor Hubert Blödt aus dem Kreis Amberg-Sulzbach hatte die Aufgaben für alle Luftbeobachter aus den Reihen der Feuerwehren und der Forstverwaltung ausgearbeitet.

Bevor die Maschinen von der Rollbahn abhoben, mussten Ziele mit Hilfe eines komplizierten Koordinatensystems auf Karten gefunden werden. Zum Beispiel Haselmühl, dann Garsdorf, Mendorferbuch und Rieden im Vilstal. Schwierig dabei: Das Augenmerk galt nicht den Ortschaften. Es ging um angenommene Brandorte in den Wäldern nahe dieser Siedlungen und das anschließende Lotsen der alarmierten Feuerwehren über Sprechfunkverbindungen.

Zahlreiche Einsätze

Im Vorjahr hatte sich bei einer Reihe von Ernstfall-Einsätzen herausgestellt, wie wichtig solche Sichtungen von oben sind. Besonders dann, als Piloten und die neben ihnen sitzenden Beobachter rein zufällig bei Flügen an heißen Sommerwochenenden Feuer in Wäldern und auf abseits gelegenen Flächen entdeckten. "Dabei", so sagte Flugbereitschaftsleiter Dieter Naber, "hat sich erneut ergeben, dass unsere Arbeit wichtig ist."

Etwa zwischen Wernberg-Köblitz und Luhe, als die Besatzung einer Einmotorigen plötzlich eine weithin sichtbare Rauchsäule aufsteigen sah und sofort Alarm auslöste. Als Löschfahrzeuge anrückten, kreiste die "Cessna" und wies ihnen die Anfahrt über Forstwege. Die zentrale Steuerung der Luftbeobachtungeinsätze läuft über die Regierung der Oberpfalz. Sie wurde bei der Großübung durch Horst Nunhofer vertreten. Mit dabei waren auch die Kreisbrandräte Fredi Weiß (Amberg-Sulzbach) und Robert Heinfling (Schwandorf). Beide unterstrichen, dass es bei den Feuerwehren und auch bei der Forstverwaltung speziell ausgebildete Luftbeobachtungskräfte gibt, die sich ehrenamtlich in den von Regensburg aus angeordneten Dienst teilen.

Bald in die Luft

Bezahlt werden von der Regierung nur die Flugkosten. Alles andere geschieht unentgeltlich. Wann geht es los? Falls das sonnige Frühjahrswetter anhält, sind erste Wachbereitschaften demnächst zu erwarten. Das alte Gras ist dürr, jede Scherbe könnte da zum Brennglas werden.
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