Maroder Baum verschwindet

Auf dem Gelände des ehemaligen Koller-Anwesens entstehen Grundstücke. Die alte Kastanie (rechts im Bild) muss gefällt werden. Sie ist in einem schlechten Zustand. Bild: Tietz
Lokales
Schmidgaden
16.09.2015
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Die Tage des Kastanienbaumes auf dem ehemaligen Koller-Areal sind gezählt: Einstimmig beschloss der Gemeinderat, ihn zu fällen.

Für viele Bürger - ihn eingeschlossen - habe der alte Baum einen gewissen historischen Hintergrund, räumte Gemeindeoberhaupt Josef Deichl ein. Aber: Die alte Kastanie ist in einem desolaten Zustand. Innen verfault und im Gipfel schon abgestorben, birgt sie Gefahren durch herabfallende Äste. Außerdem ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Areal ja als Bauland erschlossen werden soll. Laut Auskunft eines Experten würde der Erhalt des Baumes 5000 bis 6000 Euro kosten. Dazu kommt: Das Grundstück, auf dem die Kastanie derzeit steht, könnte wohl nicht verkauft werden.

Zweiter Bürgermeister Andreas Altmann bezog klar Stellung: "Der Baum ist so massiv angegriffen, da brauchen wir überhaupt nicht mehr zu diskutieren", machte er klar, dass für ihn kein Weg an einer Rodung vorbeiführt. Diese Ansicht teilte der Gemeinderat einstimmig. Ebenfalls keine Einwände hatte er bezüglich der beiden vorliegenden Bauanträge. Der eine betraf den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Rottendorf, der andere den Ausbau des Dachgeschosses am bestehenden Wohnhaus, den Einbau von Gauben sowie die Teilüberdachung der Dachterrasse in Schmidgaden.

Gute Nachrichten hatte der kommunale Waldbeauftragte Johann Meier: Insgesamt 11 000 Euro wurden aus dem Verkauf von Holz eingenommen - so viel wie noch nie. An Arbeit hat es Meier - seit Oktober vergangenen Jahres Waldbeauftragter - aber nicht gefehlt: In seinem Bericht nannte er zahlreiche Einsätze im Gemeindewald, um ihn wieder in Ordnung zu bringen. Es gebe dort viele abgestorbene Bäume, sagte er. Hinzu kommt durch die trockene Witterung ein weiteres Problem: der Borkenkäfer. Auch in diesem Jahr wird es wieder Holz für Selbstwerber geben.

Bürgermeister Josef Deichl gab aus der vergangenen nichtöffentlichen Sitzung bekannt, dass der Rat den Auftrag für die Breitbanderschließung der Gemeinde an die Telekom vergeben habe. Er informierte das Gremium darüberhinaus, dass die Gemeinde Altbürgermeister Johann Prifling für die Kommunale Verdienstmedaille vorgeschlagen habe. Die Verleihung der Medaille in Bronze ist am 5. November in Regensburg. Andreas Altmann fragte abschließend nach, ob seitens der Gemeinde bereits ein Widerspruchsschreiben gegen die geplante Stromtrasse und die Gleichstromtrasse verschickt worden sei. Das hatte er in der vergangenen Sitzung angeregt. Verwaltungsleiter Martin Janz entgegnete, dass der Brief vorbereitet, aber noch nicht verschickt sei.
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