Mehr Geld für Investitionen

Ein großes Vorhaben wird in diesem Jahr die Dorferneuerung Hohersdorf (Bild) sein. Dafür sind im gemeindlichen Haushalt derzeit 360 000 Euro vorgesehen. An Fördergeldern wären heuer 100 000 Euro zu erwarten. Bild: Tietz
Lokales
Schmidgaden
23.01.2015
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Die Gemeinde will heuer deutlich mehr investieren als in den vergangenen Jahren. Rund 2,7 Millionen Euro sind im Etat-Vorentwurf vorgesehen. Dafür greift die Kommune auch das Ersparte an.

Nachdem der Vermögenshaushalt in den vergangenen Jahren teils weit unter zwei Millionen Euro gelegen hatte, will die Gemeinde 2015 wieder mehr ausgeben. Der größte Brocken mit rund 600 000 Euro wird die Weiterführung der Bauhof-Sanierung (wir berichteten) sein. Jeweils 400 000 Euro sind für den Breitbandausbau sowie den Kauf landwirtschaftlicher Tauschflächen eingeplant. Große Posten im Vermögenshaushalt sind auch die Dorferneuerung Hohersdorf (360 000 Euro), der Ausbau des Recycling- und Wertstoffhofes (250 000), die Instandsetzung der Scharlmühlstraße und der Hüttenbachbrücke (180 000), Grunderwerb im Gewerbegebiet Trisching (110 000) sowie der Anschluss von gemeindeeigenen Grundstücken an das Nahwärmenetz Rottendorf (100 000).

Finanziert werden sollen diese Kosten vor allem über Einnahmen - zum Beispiel durch Fördergelder oder Erschließungsbeiträge -, über eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt (450 000 Euro), eventuell eine Kreditaufnahme über 300 000 Euro und eine Entnahme aus der Rücklage - quasi das Sparbuch der Kommune. Es würde um rund eine Million Euro schrumpfen, würden die Maßnahmen allesamt umgesetzt. Zugute kommt der Gemeinde in diesem Jahr auch, dass der Haushalt 2014 erst sehr spät verabschiedet wurde, zahlreiche Projekte also nicht mehr umgesetzt wurden.

"Finanziell machbar"

Der kommunale Kassenwart Hans Werner gab zu diesen Investitionsvorhaben sein O.k.: "Finanziell ist das machbar, weil wir große Rücklagen haben", betonte er bei der Gemeinderatssitzung. In den kommenden Jahren prophezeite er allerdings dunklere Wolken am Investitions-Himmel. Dann werden seiner Meinung nach derartige Ausgaben nicht mehr möglich sein. Beispiel: Gewerbesteuer. Durch große Investitionen von Unternehmen wird in den kommenden Jahren weniger in die Gemeindekasse fließen.

Die Gemeinderäte Erich Amann und Christian Pröls schlugen etwas skeptische Töne an: "Der Ansatz kommt mir ein bisschen euphorisch vor", sagte Amann angesichts der hohen Rücklagenentnahme. Auch Pröls sprach sich dafür aus, mit dem "Sparbuch" der Gemeinde etwas vorsichtiger umzugehen. Grundsätzlich sei es möglich, die Maßnahmen in diesem Jahr wie geplant umzusetzen, machte Kämmerer Hans Werner klar, dass die Kommune diese Vorhaben schultern könnte. Wenn man weniger aus der Rücklage entnehmen wolle, gebe es nur zwei Möglichkeiten: "Entweder wir nehmen einen höheren Kredit auf oder wir streichen Maßnahmen".

Weitere Beratung

Das wäre durchaus noch möglich, denn der vorgelegte Entwurf bedeutet keineswegs, dass sämtliche darin enthaltenen Vorhaben auch umgesetzt werden. Der Gemeinderat wird sich weiter mit dem Thema beschäftigen, bevor der Etat im März oder April endgültig verabschiedet werden soll.
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