Nächster Schritt zu Lockerungen

Lokales
Schmidgaden
20.05.2015
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Von den Behörden und den Bürgern gab es nur wenige Anmerkungen oder Einwände gegen die geplante Änderung von sieben Bebauungsplänen im Gemeindebereich. Nur der Kreisheimatpfleger konnte sich mit manchen vorgesehenen Lockerungen für Bauherren nicht recht anfreunden.

32 Fachstellen wurden bei der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung - der ersten Auslegung der geänderten Bebauungspläne - angeschrieben. Hinzu kamen Wortmeldungen aus einer dafür einberufenen Bürgerversammlung. Kreisbaumeister Franz Schober wies auf die zugelassene Wandhöhe von 3,5 Metern bei Garagen hin. Dies erscheine problematisch. Landschaftsarchitekt Gottfried Blank entgegnete, dass die Abstandsflächenregelung nach wie vor gelte. Wenn Garagen in dieser Höhe gebaut werden sollten, müssten sie also drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten.

An Lockerungen festhalten

Kreisheimatpfleger Leo Berberich störte sich an den großen Freiräumen, die die Gemeinde den künftigen Häuslebauern bei der Gestaltung einräumen will. Er erinnerte laut Blank in seiner Stellungsnahme an die Regionalität und den Oberpfälzer Baustil. Der Gemeinderat beschloss, an den Lockerungen festzuhalten. Die Kommune trage damit dem Ziel Rechnung, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Außerdem seien die bisherigen Vorschriften einer zeitgemäßen Bebauung entgegengestanden. Für eine Einschränkung sprach sich der Rat aber aus: Grelle Dachfarben sind auch in den neuen Bebauungsplänen nicht zulässig.

Aus den Reihen der Bürger kam zum Beispiel die Anregung, die zugelassene Höhe der Gebäude mit Pultdächern - 7,50 Meter - noch einmal zu überdenken. Das lehnte der Gemeinderat ab, legte aber fest, dass die zulässige Wandhöhe bei maximal drei Metern liegen darf. Mit der Gegenstimme von Lydia Magdalena Schimmer sprachen sich die Gremiumsmitglieder auch dagegen aus, höhere Mauern als 1,50 Meter an der Staatsstraße zuzulassen. Um einen Lärmschutz-Zweck zu erfüllen, müssten die Mauern laut Blank mindestens drei Meter hoch sein. "Das", betonte der Landschaftsarchitekt, "ist aus städtebaulicher Sicht vertretbar". Ebenfalls mit einer Gegenstimme von Lydia Magdalena Schimmer hielt der Rat auch an den Festsetzungen fest, die aufgeständerte Solaranlagen auf Dächern betreffen. Sie bleiben auf Hauptgebäuden nicht zulässig, und auf Nebengebäuden sind Aufständerungen bis maximal 0,75 Meter erlaubt. Die Festsetzung, dass Dacheinschnitte - quasi das Gegenstück zu einem Erker - nicht gestattet sind, änderte der Rat hingegen und erlaubt das künftig.

Zweite Auslegung

Der weitere Zeitplan sieht die zweite Auslegung der Pläne nach der Einarbeitung der Änderungen in der Zeit vom 1. Juni bis zum 1. Juli vor. Der Gemeinderat müsste dann eventuelle Anregungen oder Einwände abermals abwägen, bevor er die entsprechende Satzung beschließen kann und die Pläne rechtswirksam werden. Das könnte noch vor der Sommerpause im August der Fall sein.
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