Neun Punkte gegen Doppel-Trasse

Lokales
Schmidgaden
08.09.2015
12
0

Acht vom "Ostbayernring" betroffene Kommunen haben eine Resolution erarbeitet. Sie befürchten, dass auch die neue Gleichstromtrasse in dessen Windschatten in der Region gebaut werden könnte. Einstimmig entschied der Gemeinderat, das neun Punkte umfassende Schriftstück zu unterzeichnen.

Bürgermeister Josef Deichl las bei der Gemeinderatssitzung die gemeinsam mit Schwandorf, Wernberg-Köblitz, Nabburg, Schwarzenfeld, Fensterbach, Pfreimd und Ebermannsdorf erarbeitete Resolution vor. Demnach erkennen die Kommunen die Notwendigkeit eines Ausbaus der Infrastruktur, die den veränderten Bedingungen der Energieerzeugung gerecht wird, an. Ebenso sehen die Unterzeichner die Notwendigkeit eines Neubaus des Ostbayernrings. Sie fordern aber, den Wünschen der betroffenen Gemeinden zur Leitungsführung Rechnung zu trafen. Wenn die Trasse nahe an einer bestehenden Bebauung vorbeiführt, sei eine Erdverkabelung vorzusehen. Ebenso sei sicherzustellen, dass die bestehende Leitung nach dem Neubau rückgebaut wird. Hier sprach sich der Rat dafür aus, noch einen Passus zu ergänzen: dass sämtliche Dienstbarkeiten dann erlöschen.

Gegen Gleichstromtrasse

Ablehnung kam von den Unterzeichnern hingegen zum Neubau der HGÜ-Leitung (Gleichstromtrasse) entlang des Verlaufs des neuen Ostbayernrings, der bisherigen Trasse des Ostbayernrings sowie entlang der beiden Autobahnen A 93 und A 6 - auch, wenn die Kabel im Boden verlegt werden. Der Grund: "Eine Bündelung dieser beiden Stromtrassen würde die Bürger im Landkreis Schwandorf unverhältnismäßig hoch belasten". Außerdem sehen die Unterzeichner die Notwendigkeit einer HGÜ-Leitung in den Raum Landshut nicht.

Die Kommunen fordern in der Resolution auch, dass ein maßgebliches Kriterium für die Auswahl nicht die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Unternehmens, oder die Frage, in welchen Gebieten der geringste Widerstand gegen neue Leitungen zu erwarten ist, sein dürfe.

Gemeinderat Florian Burth ging die Resolution nicht weit genug: Er plädierte dafür, dass sich die Gemeinde stärker positioniere und beispielsweise eine Infoveranstaltung für die Bürger zum Thema "Stromtrasse" organisiert. Ferner wollte er mit dieser Resolution nicht pauschal dem Ostbayernring zustimmen. Er befürchtete, dass durch eine Hintertür die Gleichstromtrasse entweder auf dem Ring oder daneben drangehängt werden könnte.

Weiteres Schreiben

Gemeindeoberhaupt Josef Deichl sah auch die Einwohner gefordert - beispielsweise durch die Gründung einer Bürgerinitiative: "Ich würde das unterstützen". In dieser Frage müssten sich auch die Bürger positionieren, denn das könne die Gemeinde in dieser Form nicht leisten. Ludwig Altmann schlug vor, parallel zu dieser Resolution ein weiteres Schreiben der Gemeinde zu formulieren, um die Bedenken der Kommune klar zum Ausdruck zu bringen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.