Probeschüsse und weitere Fragen

Lokales
Schmidgaden
06.08.2015
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Vor vierzehn Tagen gab es die erste Informationsveranstaltung in Sachen Paintball. Jetzt folgte eine Präsentation. Danach wurde es leise zum Thema "Lärm durch Paintball".

Seit einigen Wochen wird über das Thema Paintball in der Gemeinde Schmidgaden diskutiert. Denn Marco Böhmer aus Pfreimd plant, in der Gemeinde eine Paintballanlage zu errichten. Dazu fand im Vorfeld eine Standortsuche statt; mit dem Bereich hinter dem Sportheim wurde ein Platz für einen möglichen Standort gefunden. Nachdem der Gemeinderat das Thema nicht im "stillen Kämmerlein" entscheiden will, wurde das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht. Dazu fand vor zwei Wochen die erste Informationsveranstaltung im Gasthaus Pröls statt. Dabei stellte Marco Böhmer sein Konzept umfangreich vor (wir berichteten).

Gemeinde und Böhmer einigten sich, bei einem Ortstermin der Bevölkerung zeigen zu wollen, was Paintball ist und welcher Lärm wirklich verursacht wird. Zunächst trafen sich alle Teilnehmer im Industriegebiet, das sich etwa 500 Meter vom geplanten Standort entfernt befindet. Als dort geschossen wurde, hörte niemand etwas. Dadurch war ein Test in Ortsnähe gar nicht mehr notwendig. Also gingen alle gleich zum Sportgelände; dort war durch das reine Schießen auch kein Lärm zu vernehmen. Zu hören war das Auftreffen der Farbpatronen auf das Kunststoffhindernis.

Alle Beteiligten kamen schließlich im Sportheim zusammen. Dort konnten weitere Fragen gestellt werden. So war ein Punkt eines besorgten Elternpaares, dass die Kinder, die auf dem Sportgelände Fußball spielen und trainieren, die Verkleidung der Spieler nicht sehen, was sich auf die Kleinsten negativ auswirken könne. Hier entgegnete Böhmer, dass ein entsprechender Sichtschutz um das Gelände gemacht werde; kein Spieler verlässt in Montur das Gelände, um beispielsweise zu duschen.

Die Eltern wollten eine Planung sehen, wie es aussehen wird. Eine Planung, so Böhmer, gibt es aber erst, wenn die Entscheidung gefallen ist. Er versicherte jedoch, dass der Sichtschutz nicht wie vorgeschrieben auf 1,80 Meter Höhe gemacht wird, sondern auf 2,20 Meter.

Ein anderes Thema war der Lärm, der vor Ort entsteht. Durch das Schießen selber ist er nicht groß. Was noch dazu kommt sind die Zuschauer und Beteiligten. Das ist dann aber wie auf dem Fußballplatz während eines Fußballspieles. Für einen anderen Teilnehmer bietet der Standort ein anderes Problem: Wegen der Lage im Wald werde ein erhöhter Druck auf das Wild ausgeübt, das dann in Richtung Staatsstraße flieht, wo schon jetzt fast alle vier Wochen ein Reh überfahren wird.

Eine Frage ging in Richtung Rückbau, wenn der Spielbetrieb einmal eingestellt wird. Böhmer konnte hierzu sagen, dass es eine Rückbauvereinbarung geben werde. Wenn der Pachtvertrag ausläuft und nicht verlängert wird, kann die Anlage innerhalb 14 Tagen komplett abgebaut werden. Sollte das Unternehmen innerhalb dieser Zeit Insolvenz anmelden, ist der Rückbau durch eine spezielle Bürgschaft gesichert.

In Sachen Arbeitsplätze führte Böhmer aus, dass vier Vollzeit- und vier Teilzeitstellen entstünden. Das Für und Wider wurde ausgiebig diskutiert. Die Entscheidung liegt nun am Gemeinderat.
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