Rechtzeitig vorsorgen

Lokales
Schmidgaden
14.11.2015
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Der Seniorennachmittag der Gemeinde kam wieder gut an: Das Gasthaus Birner war voll besetzt. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag über "Sicherheit und Absicherung im Alter".

Nach der Stärkung mit Kaffee und Kuchen begrüßte Seniorenbeauftragter Alois Dirrigl Rechtspflegerin Elisabeth Langen. Sie referierte zum Thema: "Sicherheit und Absicherung im Alter". Zunächst ging Alois Dirrigl noch auf den Elternunterhalt für Kinder ein und hatte einige Beispiele zur Verdeutlichung. Denn ob und wann Kinder für die pflegebedürftigen Eltern herangezogen werden, hänge von vielen Faktoren ab und werde von Fall zu Fall entschieden. Eine pauschale Beantwortung dieser Frage ist also nicht möglich. Jedoch gebe es Hilfe zur Pflege, die man mit einem Pflegeberater besprechen sollte.

Rechtspflegerin Elisabeth Langen ging dann in ihrem Vortrag sehr detailliert auf die Vorsorgevollmacht ein. Diese ist ihrer Meinung nach nicht nur im Alter wichtig. Auch junge Leute könnten durch Unfall oder Krankheit nicht mehr in der Lage sein, selbst zu entscheiden. Hier wäre es gut, wenn schriftlich festgelegt wird, wer entscheiden soll. Seit 1992 gebe es keine Entmündigung mehr. Der Betreuer werde nur für einzelne Bereiche herangezogen. Dies könne die Gesundheit, das Vermögen, der Aufenthalt, der Umgang mit Behörden oder Postangelegenheiten sein.

Geld darf ein Betreuer laut Langen nur für den Betreuten und nicht für sich ausgeben. Die Banken verlangen zur Vorsorgevollmacht meistens noch eine Kontovollmacht. Manchmal sei es besser, einen Berufsbetreuer zu verpflichten, weil dieser dem Gericht verpflichtet sei und mindestens einmal im Jahr Auskunft geben müsse. Bei einem Vermögen über 25 000 Euro müsse dieser selbst bezahlt werden, ansonsten komme die Staatskasse dafür auf.

Eine Vorsorgevollmacht sei nicht an eine Form gebunden und könne jederzeit widerrufen oder vernichtet werden. Wichtig sei auch die Festlegung, dass jeder für sich alleine entscheiden darf, wenn mehrere Personen als Bevollmächtigte benannt werden. Zur Vorsorgevollmacht sollte unbedingt eine Patientenverfügung gehören. Damit kann man entscheiden, welche Maßnahmen zur Lebensverlängerung eingesetzt werden. Der Arzt entscheidet, wann sich der Patient im Sterbeprozess befindet. Wenn er nämlich nicht der Meinung sei, brauche er sich nicht an die Patientenverfügung halten.

Die Referentin beantwortete noch viele Fragen und erhielt zum Abschluss für ihren aufschlussreichen Vortrag vom Seniorenbeauftragten ein Präsent überreicht. Zum Abschluss gab es noch eine Brotzeit, wovon die Gemeinde einen Teil der Kosten übernahm.
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