"Tennet"-Teilprojektleiter berichtet im Gemeinderat über aktuellen Stand beim Ersatzneubau
Ostbayernring ab 2020 am Netz

Lokales
Schmidgaden
20.10.2015
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Zusammen mit anderen betroffenen Kommunen erarbeitete die Gemeinde eine Resolution, in der sie sich unter anderem vehement dagegen ausspricht, dass eine HGÜ-Leitung (Gleichstromtrasse) auf den Ostbayernring quasi aufgesattelt wird (wir berichteten). Die Gefahr, dass genau das passieren könnte, schätzt Alfred Reim vom Netzbetreiber "Tennet" aber als nicht akut ein.

Im Gegenteil: Die Nutzung bestehender Leitungsverläufe für die Gleichstromtrasse ist für ihn eher politischer Wille als planerische Notwendigkeit. "Der Ausgangspunkt der Planung ist es nicht, den Ostbayernring mit der HGÜ-Leitung zu bündeln, sondern man sucht den für eine Leitung günstigsten Weg", betonte Reim, als er im Gemeinderat aktuelle Informationen über den Stand des Ersatzneubaus des Ostbayernrings gab. Ob es beim Verlauf der Gleichstrom-Leitung also überhaupt Berührungspunkte mit der anderen Trasse geben wird, ist laut Reim noch völlig unklar.

Dessen ungeachtet wird die Firma "Tennet" das laufende Verfahren zum Ersatzneubau des Ostbayernrings unbeirrt fortführen. Der Ausbaubedarf dafür sei gegeben, betonte der Sprecher und fuhr fort: "Diesen Auftrag haben wir - und keinen anderen". Wenn die Bedingungen die jetzige Planung in Frage stellen, dann müsse neu nachgedacht und eventuell von vorne begonnen werden, sagte er mit Blick auf die noch ausstehenden Entscheidungen in Sachen Gleichstromtrasse. Wo es möglich ist, soll die HGÜ-Leitung - wie in Berlin beschlossen - vorrangig unter der Erde verlaufen. Doch auch hier könne man nicht so tun als gebe es diese Leitungen nicht, nur weil sie unterirdisch verlegt werden. Reim schilderte, dass der Graben für die Kabel 25 Meter breit und 2 Meter tief werden müsste. "Das ist eine Schneise, wie wenn eine sechsspurige Autobahn gebaut wird", veranschaulichte er. Nach derzeitiger Gesetzeslage nicht möglich sei es aber, den Ostbayernring unter die Erde zu verlegen.

Der Teilprojektleiter von "Tennet" schätzte, dass der Ersatzneubau des Ostbayernrings 2018 beginnen und die neue Leitung zwei Jahre später in Betrieb gehen könnte. Dann werde die alte zurückgebaut. Daran, dass die bisherige Trasse aus dem Landschaftsbild verschwindet, kann nicht gerüttelt werden: "Das ist bindend", betonte Reim.
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